Parlament lehnt Antrag ab

Doch keine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in Großalmerode

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Streuner kommen davon: Das Großalmeröder Stadtparlament hat sich gegen eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen ausgesprochen.  

Freilaufende Katzen bleiben in Großalmerode weiter von einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht befreit. Das beschloss jetzt das Stadtparlament.

Einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion wies die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag mehrheitlich zurück.„Wir sind von ehrenamtlichen Tierschützern darauf hingewiesen worden, dass viele herrenlose und unkastrierte Katzen bei uns unterwegs sind“, begründete Hanna Schmuch den SPD-Antrag. Weil sich unkastrierte Katzen zwei bis drei Mal im Jahr fortpflanzen könnten, würde sich die Population selbst bei einer konservativen Rechnung von drei überlebenden Kätzchen pro Wurf sprunghaft vermehren. 

„So können in sieben Jahren bis zu 420.000 Tiere entstehen“, meinte Schmuch. „Die daraus entstehende Überpopulation ist ein ernsthaftes Problem, nicht nur für den Tier- und Artenschutz, sondern auch für die ehrenamtlichen Tierschützer, die sich mit diesem Thema täglich konfrontiert sehen.“ Jedes Jahr würden von ihnen bis zu 120 Tiere versorgt, kastriert und wieder ausgesetzt oder vermittelt.

Kastrationspflicht für Katzen: Parlament lehnt Antrag ab

Zweck der Verordnung, die neben der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von freilaufenden Katzen auch die Einführung einer Ordnungswidrigkeit im Falle der Zuwiderhandlung beinhalten sollte, war laut Schmuch Katzen auch vor leicht übertragbaren Krankheiten, mangelnder Versorgung und Unterernährung zu schützen, die durch Überpopulation entstehen können. 

Als gutes Beispiel nannte die Stadtverordnete die Gemeinde Hessisch Lichtenau, wo eine entsprechende Verordnung „große Erfolge“ gebracht habe. „Aus diesem Grund regen wir eine Verordnung wie in Hessisch Lichtenau an, die in direkter Zusammenarbeit mit der Katzennothilfe umgesetzt wird.“

"Wir haben ganz andere Probleme"

„Wir haben in Großalmerode und den Ortschaften ganz andere Probleme“, konterte Volker Pforr (CDU). „Wenn in dem Antrag von Waschbären die Rede gewesen wäre, dann wäre ich dabei gewesen, aber für eine Katzenverordnung sehe ich überhaupt keinen Bedarf.“ Auch Uwe Range (WG) war skeptisch. „Ich frage mich, wo die beschriebenen Horden von Katzen sein sollen und wer das anschließend alles kontrollieren soll.“ In Großstädten könnte das sicher ein Thema sein, „bei uns aber nicht“. Dieser Antrag gehe ihm „deutlich über das Ziel hinaus“.

„Es geht hier ja nicht um die Hauskatze, sondern um unkastrierte Streuner“, versuchte Hanna Schmuch ihren Antrag doch noch zu retten. Bei der Abstimmung wurde dieser dann mit 14 Gegenstimmen, zehn Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.    

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