Großalmerode: Töpferkurs im Glas- und Keramikmuseum

Elias" Bilsteinturm soll glänzen – Kinder töpfern im Ferienkurs in Großalmerode

Im Töpferkurs in Großalmerode: Amelie Möller (links) und Judith Kugler bemalen ihre getöpferten Schalen im Glas- und Keramikmuseum.
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Im Töpferkurs in Großalmerode: Amelie Möller (links) und Judith Kugler bemalen ihre getöpferten Schalen im Glas- und Keramikmuseum.

Da ist wohl ein kleines Malheur passiert: Das stellten die Kinder des Töpferkurses vom Geschichtsverein Großalmerode zu Beginn des fünfen Termins im Glas- und Keramikmuseum fest.

Großalmerode – Auf einem Tonteller in Blattform mit eingekratztem Schmetterling klebten zwei Tonsterne, die wohl versehentlich beim ersten Brennen auf dem Teller gelegen hatten. „Jetzt ist es ein Weihnachtsteller“, sagt Kursleiterin Monika Muñoz.

Doch das Missgeschick ist schnell vergessen und die sechs Acht- bis Elfjährigen machen sich an die Arbeit: Das Bemalen ihrer Werke steht auf dem Programm. Ein Pferd gehört dazu, aber auch der Bilsteinturm. Elias Liphardt hat ihn gemacht. „Ich war schon da“, sagt er. „Der ist ganz hoch und ich mag es, wenn es hoch ist.“

Nun will er den Turm golden anmalen. „Er soll in der Sonne glänzen.“ Außer dem Turm hat Elias Fossilien getöpfert, die ein bisschen an Häuser von Weinbergschnecken erinnern. Der Grund: „Ich mache Fossilien, weil ich Dinosaurier mag.“ Seine Schwester Sarah Liphardt vom Tisch gegenüber fügt hinzu: „Er guckt immer Filme mit Dinosauriern.“

Sarah töpfert wegen ihres Bruders. Elias hatte schon einen Töpferkurs in der Schule. „Ich habe gesehen, was er aus dem Kurs mit nach Hause gebracht hat, und wollte das auch probieren“, sagt sie. „Es macht Spaß, weil wir schöne Dinge bauen und viel Quatsch machen.“ Der andere Junge im Kurs hatte für diesen Termin abgesagt, daher malt ihr Bruder an diesem Tag nur mit Mädchen. „Das ist er gewohnt“, sagt Sarah. „Zu Hause sind oft Mama, Oma und ich da.“

Wird noch mit Goldfarbe angemalt: Elias Liphardt hat den Bilsteinturm getöpfert.

Wie richtig getöpfert wird, erklärt Kursleiterin Monika Muñoz den Kindern Die ehemalige Lehrerin hat in ihrem Beruf viel mit behinderten Kindern getöpfert und sich kürzlich für ein Engagement beim Museum angeboten. Zum Start des Kurses im Glas- und Keramikmuseum ließ sie die Kinder zunächst Luft aus dem Ton kneten, dann Figuren formen. „Diese müssen zwei Wochen trocknen und werden dann zum ersten Mal bei 900 Grad gebrannt“, sagt Muñoz. Wichtig sei dabei, die Temperatur im Ofen langsam zu erhöhen. „Sonst dehnt sich die Feuchtigkeit aus und die Figuren platzen.“

Die Figuren der Kinder haben das überstanden. Sie werden nun bemalt: mit farbigem Lack oder mit Engobe, einer Mischung aus Farbe und Ton, die mit einem durchsichtigen Lack überzogen wird. Dann folgt der zweite Brand mit 1.050 bis 1.200 Grad. „Je heißer der Ton gebrannt wird, umso frostbeständiger ist er“, erklärt Muñoz. Am Dienstag kommen die Kinder zum letzten Termin des Kurses zusammen. Danach werden ihre Werke einige Wochen im Glas- und Keramikmuseum ausgestellt, bevor die Kinder sie mit nach Hause nehmen können.

Auch künftig soll es Töpferkurse geben. Dafür sucht der Geschichtsverein nach Kursleitern. „Wir haben uns diesbezüglich an die Universität Kassel gewand“, sagt Vorsitzender Stefan Möller. „Schon zu dem Kurs in den Sommerferien war die Nachfrage groß.“ Doch wegen der Corona-Pandemie hätte die Zahl der Teilnehmer klein gehalten werden müssen. Zudem müssten sich die Kinder vor jedem Termin testen. (Von Fabian Becker)

Kontakt: per E-Mail an kreativ@glas-keramikmuseum.de

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