Eine Karte für Einkaufs-Engel

Großalmerode legitimiert freiwillige Helfer mit Engelkarte

+
Einfach vorzeigen, dann darf auch mehr gekauft werden: Bürgermeister Finn Thomsen und Einzelhandelkaufrau Janina Hoffmann machen es vor. 

Im Scheckkartenformat können sich ehrenamtliche Helfer jetzt als Einkaufs-Engel ausweisen.

Sie hat Scheckkartenformat und trägt das Wappen Großalmerodes und die Unterschrift von Bürgermeister Finn Thomsen: die Engelkarte. Mit ihr sollen sich freiwillige Helfer, die von der Coronakrise gefährdeten Personen helfen, in Geschäften und der Apotheke legitimieren können.

Angebote, zu unterstützen, gab es bereits von der CDU und der Kirche, außerdem kam das Jugendparlament auf die Stadt zu, um zu helfen, berichtet Bürgermeister Thomsen. Da es die Stadt als eine ihrer Kernaufgaben ansehe, Daseinsvorsorge und Nachbarschaftshilfe genauso zu sichern wie soziale Kontakte, startete sie einen Aufruf an freiwillige Helfer, auf den sich 30 Personen meldeten. Zudem gab es ein Schreiben an die rund 2000 Großalmeröder, die älter als 60 Jahre sind. Diese wurden gebeten, auf Einkäufe zu verzichten, Freunde oder Verwandte darum zu bitten oder sich bei der Stadtverwaltung zu melden. Zehn kamen diesem Angebot bisher nach, berichtet Thomsen. „Das zeigt: Die Nachbarschaftshilfe läuft.“

So sieht sie aus: Helfer aus Großalmerode bekommen diese Engelkarte.

Wer sich meldet, wird an einen Helfer vermittelt, der in der Nähe wohnt. Hier werden noch aus den Ortsteilen Uengsterode und Trubenhausen Freiwillige gesucht, berichtet der Rathaus-Chef. Da sie mehr Personen versorgen, müssen sie gegebenenfalls auch mehr einkaufen, als eigentlich zur Vermeidung von Hamsterkäufen gestattet: Daher gibt es nun die Engelkarte, die jeder Helfer bei einer Vermittlung bekommt. Dazu gibt es einen Heimatfest-Einkaufsbeutel, um die Waren sicher zu transportieren.

Auch, wer in der Nachbarschaft Hilfe leiste, könne so eine Karte beantragen, sollte dann aber bereit sein, auch weitere Personen aus Risikogruppe mitzuversorgen, so Thomsen. Die Aktion hat sich seiner Erkenntnis zufolge schnell herumgesprochen. Das zeige, dass es in der Tonstadt nicht nur gute Luft und eine schöne Landschaft gebe, sondern auch soziales Miteinander. „Es braucht sich niemand schämen, wenn er den Service in Anspruch nimmt“, betont Thomsen und appelliert an die Über-60-Jährigen, zuhause zubleiben.

Für die Engelkarte sei sie Thomsen dankbar, sagt Melanie Hose-Brandl, Geschäftsführerin des Edeka-Markts in Großalmerode. Helfe diese doch, Menschen zu legitimieren, die über das gebotene Maß hinaus einkaufen dürfen. 

Kontakt: Tel. 0 56 04/9 22 86 10

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.