Dritten Platz erreicht

Martin Trebing aus Großalmerode für Denkmalpflege geehrt

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Martin Trebing (von rechts) mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Wilfried Kretschmann, Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Zwei Jahre hat es gedauert, bis aus dem restaurierungsbedürftigen Winkelgehöft aus dem 17. Jahrhundert ein Schmuckstück wurde. Martin Trebing erhält dritten Platz beim Bundespreis.

Nun haben Bauherren und Handwerker, darunter der Großalmeröder Meister und Restaurator im Maler- und Lackiererhandwerk Martin Trebing, die Belohnung für ihre Mühe erhalten: Für die Restaurierung des Anwesens im baden-württembergischen Mössingen erreichten sie den dritten Platz beim Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege.

Akribisches Arbeiten: Martin Trebing bei Schablonierarbeiten im Haus. 

Preis wird von beiden Institutionen verliehen

Für Trebing hieß es daher „Auf nach Stuttgart“, wo die Preisträger erst erfuhren, welchen Platz sie erreicht haben. Bei der feierlichen Veranstaltung im Schloss sprachen Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), und Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – der Preis wird von beiden Institutionen verliehen – sowie Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Bauherren aus zwei Bundesländern können sich bewerben

„Es ist ungewöhnlich, dass jemand aus einem anderen Bundesland den Preis bekommt“, erklärt Trebing. Im jährlichen Wechsel können sich Bauherren aus zwei Bundesländern für den Preis bewerben. 

2019 waren es Baden-Württemberg und das Saarland, 2020 sind Sachsen und Niedersachsen dran. Eingereicht werden können Projekte, die in den vergangenen acht Jahren realisiert wurden – so wie das Winkelgehöft. 

Eine halbe Millionen Euro in Anwesen investiert

Hier haben die Eigentümer „die gesamte Fachwerk-Hofanlage mithilfe eines eingespielten Handwerkerteams, das mit Fachkunde und Respekt vor der denkmalgeschützten Substanz an die Arbeit ging, gerettet“, heißt es in der Begründung der Jury. Rund eine halbe Million Euro investierten die Bauherren in das Anwesen, so Trebing.

Das Handwerkerteam bestand aus acht Personen – Maurer, Zimmerer, Stuckateur, Tischler und eben auch Trebing. Zu dem Auftrag gekommen ist er durch einen Restauratorenring, in dem er Mitglied ist, berichtet der Maler und Lackierer. Das ist ein Zusammenschluss selbstständiger Handwerker in der Denkmalpflege, die sich schon länger kennen. 

Gemeinschaftliches Arbeiten: Jeder half jedem

Wochenweise war Trebing in Mössingen, um an der Restaurierung mitzuarbeiten – sein Part dabei: Malerarbeiten an Innen- und Außenwänden wie eine Imitation von Vertäfelung und Schablonenmalerei. Dazu wurde aber auch gemeinschaftlich gearbeitet, jeder half jedem. Und da die Kunden viele Räume selbst streichen wollten, galt es hier, die Farben in Eigenrezeptur anzusetzen und zu mischen.

Da es ein Bauherrenpreis ist, bekommen auch nur diese das Preisgeld. Für Trebing ist das nicht schlimm: „Es ist eine Anerkennung und Wertschätzung meiner Arbeit.“

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