Ermittler warnen vor unbedachten Account-Fotos

Profilbild bei WhatsApp löste Einsatz der Polizei aus

Problematisches Foto: Dieses Profilbild von Patrick Dippel bei WhatsApp rief die Polizei auf den Plan. Bei der Befragung stellte sich jedoch heraus, dass die Waffe (rechts) nur eine Spielzeugpistole ist. Foto: privat

Großalmerode. Anfang Dezember erhielt Patrick Dippel äußerst überraschenden Besuch: Plötzlich standen Polizeibeamte vor seiner Haustür in Großalmerode. Grund des Einsatzes war Dippels Profilbild bei WhatsApp.

Mit dem beliebten Nachrichten-Programm können Textnachrichten sowie Bild-, Video- und Ton-Dateien auf Smartphones verschickt werden.

Das Foto zeigt Dippel mit einer Schutzweste, ähnlich wie sie die Polizei trägt. „Ich habe 2011 mit Freunden in Mainz Fasching gefeiert und hatte mich als Polizist eines Einsatzkommandos verkleidet“, erklärt der 25-Jährige. Zu dem Kostüm gehörte auch eine Spielzeugpistole. Diese ist als solche jedoch auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Einer von Dippels Kontakten hatte das Profilbild bei WhatsApp gesehen, war wegen der Waffe besorgt und informierte die Polizei.

„Wenn es Hinweise auf einen Straftatbestand gibt, sind wir verpflichtet, diese zu verfolgen“, sagt Reiner Lingner, Sprecher der Polizeidirektion Werra-Meißner. Bei dem Fall Dippel habe es sich um einen mutmaßlichen Verstoß gegen das Waffengesetz gehandelt. Denn der 25-Jährige besitzt keinen Waffenschein. „Herr Dippel war bei der Befragung kooperativ und zeigte den Beamten die Schutzweste mit der Spielzeugpistole“, so Lingner. Damit war die Angelegenheit für die Polizei erledigt.

Dippel beschäftigt die Sache allerdings noch immer. Er hätte nie damit gerechnet, dass wegen seines Profilbildes bei WhatsApp die Polizei vor der Tür steht: „Ich habe das Bild aus Spaß ausgewählt und mir keine Gedanken gemacht.“ Er hätte sich gewünscht, dass man ihn zuerst anspricht und nicht direkt die Polizei informiert, sagt der Krankenpfleger. Inzwischen verwendet er ein anderes Profilbild.

„Jeder sollte sich vorher Gedanken machen, welche Fotos er in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Denn das Internet vergisst nichts“, rät Lingner. Zudem müsse man immer damit rechnen, dass sich jemand Sorgen mache und die Polizei informiere. „Im schlimmsten Fall muss der Betroffene dann den Einsatz bezahlen“, so Lingner. Bei Patrick Dippel war das allerdings nicht der Fall.

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