Großalmerode: VR-Bank-Filiale schließt

Stadt Großalmerode hat mit Leerstand zu kämpfen

VR-Bank in Großalmerode.
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VR-Bank in Großalmerode.

Die von der VR-Bank Mitte geplante Schließung ihrer Filiale in Großalmerode im Oktober 2023 (HNA berichtete) wird in den städtischen Gremien nach der Sommerpause thematisiert.

Großalmerode – Das teilt Großalmerodes Bürgermeister Finn Thomsen mit.

„Die Schließung ist ein fatales Signal für den ländlichen Raum“, sagt er. „Besonders ältere Bürger brauchen für ihre Bankangelegenheiten einen Ansprechpartner vor Ort.“ Thomsen halte es daher für falsch, die Filiale ersatzlos zu streichen.

Ein Gremium, das über das Thema sprechen soll, ist der Ortsbeirat der Kernstadt. Am Donnerstag, 9. September werde dazu ein Vertreter der VR-Bank eingeladen, um über mögliche Lösungen für den Bankstandort Großalmerode zu sprechen, teilt Ortsvorsteher Wolfgang Evers mit.

Die Schließung der Filiale ist jedoch auch Teil eines Problems, mit dem die Stadt schon länger zu kämpfen hat: zunehmender Leerstand. „Auch wenn ein Teil der frei werdenden Schaufenster durch neue Betriebe oder andere Aktionen belebt werden konnte, ist dies in Großalmerode sichtbar“, sagt Thomsen.

Finn Thomsen, Bürgermeister in Großalmerode.

Dies habe mit einem geänderten Einkaufsverhalten und dem damit verbundenen Rückgang der Nachfrage zu tun. „Auch der Fachkräftemangel hat ähnlich wie in der Gastronomie dazu geführt, dass einige Ladenbetreiber ihre Selbstständigkeit beenden und in ein geregeltes Arbeitsverhältnis wechseln.“ Durch die Pandemie habe es zudem kaum Gründungen gegeben.

„Wir müssen dafür sorgen, dass möglichst viele Geschäfte in Großalmerode sind“, so der Bürgermeister. Außer für das Stadtbild sei dies für ältere Großalmeröder ein Problem. „Für sie sind Geschäfte auch für soziale Kontakte wichtig.“ Die Läden brauche es zudem als Arbeitgeber und regionalem Steuerzahler.

Um das zu ändern, tausche sich Großalmerode mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner aus. So könne sich die Stadt über Förderungen für Gründungen oder Geschäftserweiterungen informieren. „Auch die vor Corona stattfindenden Unternehmer-Frühstücke sollen wieder stattfinden, sobald es die Pandemie-Lage zulässt.“

Um neue Geschäfte nach Großalmerode zu locken, würden unter anderem bekannte Drogerieketten auf eine Filial-Eröffnung in der Tonstadt angesprochen. „Außerdem wird eine Beratung für die Eigentümer angeboten, die ihre Lokale umbauen oder in Wohnungen umwidmen möchten“, sagt Thomsen.

Auch die Teilnahme am hessischen Förderprogramm Lebendige Zentren in der Südstadt (HNA berichtete) ziele darauf, Leerstände zu reduzieren. (Von Fabian Becker)

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