Großalmerodes Parlament diskutiert Beiträge

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Themen, die Großalmerode 2017 beschäftigen: Die Eichhofstraße in Großalmerode soll saniert werden. 

Großalmerode. Worauf können sich Großalmerodes Bürger 2017 freuen, welcheHerausforderungen kommen auf sie zu? Wir haben mit Bürgermeister Andreas Nickel darüber gesprochen.

Worauf können sich die Bürger in diesem Jahr freuen? 

Andreas Nickel: Unser Freibad feiert 40-jähriges Bestehen. Den Ehrenamtlichen, die sich dazu besondere Angebote und Festivitäten ausdenken, danke ich jetzt schon. Außerdem wurden weder die Kanal- und Wassergebühren noch die Grundsteuern oder die Gewerbesteuer erhöht. Das war so nicht zu erwarten und ist - was die Gebühren anbelangt - nur aufgeschoben, trotzdem ist ein ausgeglichener Haushalt 2017 für alle erfreulich.

Und was ist mit dem Pforr-Gemälde aus der Matthäuskirche in Hann. Münden? 

Nickel: Ich habe seit Wochen keine neuen Informationen. Den Transport organisiert die Kirchengemeinde, die das Bild abgibt. Bei uns ist alles bereit: Der Tuspo Laudenbach will das Gemälde in einem leeren Fabrikgebäude aufhängen und Besichtigungen ermöglichen.

Welche Projekte stehen an? 

Nickel: Eine Jahresaktion wird der Umbau der Roten Schule zu einem allen aktuellen Ansprüchen entsprechenden Kindergarten mit zwei Krippengruppen. Die Sanierung der Eichhofstraße wird aber für die Bevölkerung durch die Beeinträchtigungen gravierender.

Was ist dort geplant? 

Nickel: Die 650 Meter lange Straße, Zubringer für das Wohngebiet am Schwarzenberg, wird 2017 und 2018 in zwei Abschnitten grundhaft saniert. Würde nur der Straßenbelag erneuert, ginge das deutlich schneller. Aber es ist notwendig, auch Kanal, Strom- und Wasserleitungen zu erneuern. Außerdem wird die Erweiterung der Gasleitung geplant und wir hoffen, auch die Erneuerung der Telekomleitungen und eventuell die Breitbandverkabelung einzubinden.

Nachhaltig bedeutet teurer? 

Nickel: Das stimmt. Die Kosten für die reine Straßensanierung belaufen sich auf 850.000 Euro. Darin sind noch nicht die Kosten für Wasser und Kanal enthalten. Sie werden allerdings über die laufenden Gebühren und nicht über die Straßenbeiträge von den Anliegern finanziert. Mit diesen werden wir uns auf Wunsch des Parlaments in den nächsten Monaten beschäftigen.

Das heißt konkret?

Nickel: Seit drei Jahren besteht die Möglichkeit der wiederkehrenden Straßenbeiträge, also dass statt der direkt bevorteilten Anlieger immer alle Grundstückseigentümer eines Abrechnungsbereiches zahlen. Dadurch reduzieren sich die Beiträge für den Einzelnen drastisch.

Gibt es auch Nachteile? 

Nickel: Es ist vorgeschrieben, dass bestimmte Bereiche definiert werden müssen. Allein durch eine solche Festlegung ist dann aber auch nicht jeder gleich betroffen. Während zum Beispiel der Epteröder eventuell nur alle fünf Jahre zahlen muss, wird der Großalmeröder wohl jedes Jahr zur Beitragszahlung herangezogen. Das Verfahren ist insgesamt wesentlich aufwändiger. Statt pro Projekt vielleicht 30 Rechnungen muss die Verwaltung dann eher 800 ausstellen und nachverfolgen. Außerdem müssen im Vorfeld Abrechnungsgrundlagen geschaffen und alle Grundstücke in Großalmerode dafür bewertet werden.

Gibt es Orte, wo dieses System bereits eingeführt wurde?

Nickel: Ein gutes Beispiel kann ich noch nicht benennen, aber wir sind dabei, die Beratungen im Parlament auch durch die Erfahrungen anderer Kommunen zu unterstützen. In Orten, wo dieses Verfahren praktiziert wird, hatte man meist keine Beitragssatzung vorher. Ein Systemwechsel, der in Großalmerode anstünde, ist da viel komplizierter. Man benötigt eine Regelung, dass Anlieger, die vor der Umstellung gemäß dem alten System einer Beitragspflicht nachgekommen sind, für einen bestimmten Zeitraum von den neuen wiederkehrenden Beiträgen befreit werden. Zur notwendigen intensiven Beratung sind vorab eine Bürgerversammlung und eine themenbezogene interfraktionelle Sitzung geplant.

Wie steht es um das Glas- und Keramikmuseum? 

Nickel: Da sind wir mittlerweile deutlich beruhigter. Der Holzsachverständige hat uns zumindest mündlich die Befürchtung eines Hausschwammbefalls genommen. Die veranschlagten 60.000 Euro werden wohl zunächst ausreichen, um die offensichtlichen Schäden zu beheben. Voraussichtlich im Frühjahr wird ein Gerüst aufgestellt.

Wie geht es mit dem Schutt In den Steinen weiter? 

Nickel: Der Schutthaufen wurde vom Kreis soweit entsorgt, dass beide Nachbarn ihre Fronten sanieren können. Im September erfahren wir, ob wir beim Förderprojekt berücksichtigt wurden, für das wir ermutigt wurden, erneut unser Konzept einzureichen. Das Konzept - für welches bisher auch kein Geld geflossen ist - sieht einen Parkplatz mit Elektrotankstelle und Grüngarten vor. Wird es erneut abgelehnt, werden wir im September sicher nochmal über das Grundstück sprechen.

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