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Großalmeröder Pfarrer Jörn Klinge geht

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Von: Fabian Becker

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Kurz vor dem Abriss: Pfarrer Jörn Klinge schließt das alte evangelische Gemeindehaus. Nun verlässt er Großalmerode. archiv
Kurz vor dem Abriss: Pfarrer Jörn Klinge schließt das alte evangelische Gemeindehaus. Nun verlässt er Großalmerode. © Archivfoto: Gudrun Skupio

Heute hat Großalmerodes Pfarrer Jörn Klinge seinen letzten Arbeitstag.

Großalmerode – Pfarrer Jörn Klinge verlässt die Evangelische Kirchengemeinde Am Hirschberg in Großalmerode nach zwölf Jahren. Er wird Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt. Die Gründe für seinen Berufswechsel sind unklar. Klinge selbst will sich nicht äußern, da das für ihn dienstliche Konsequenzen haben könne.

In einer Pressemitteilung des Kirchenkreises Werra-Meißner heißt es dazu: Dass Pfarrer Klinge aufgrund seines seelsorglichen Schwerpunktes die besondere Herausforderung der anspruchsvollen Stelle in der Justizvollzugsanstalt reizt, ist verständlich. Die Nachricht über seinen Weggang habe in Großalmerode große Betroffenheit ausgelöst, auch wegen des Sozialprojektes Gemein-Statt, das er betreute. Eine Mehrheit des Kirchenvorstands habe sich intensiv bemüht, Klinge auf der Stelle zu halten. Als das nicht gelang, seien 10 von 16 Mitgliedern des Kirchenvorstands zurückgetreten.

Der Rücktritt wird zwar von den Mitgliedern bestätigt, sie stellen die Situation aber anders dar. „Unser Pfarrer musste sich auf eine andere Stelle bewerben, um die Versetzung auf einen Verfügungsposten (eine Springerstelle) zu umgehen“, erklären sie. „Diese wäre gleichzusetzen mit einer Strafversetzung.“ Die ehemaligen Kirchenvorstandsmitglieder sagen aber auch, dass sie in den Vorgang nicht eingebunden gewesen seien und sich daher nur bedingt zu den Hintergründen äußern könnten.

„Dieser Wechsel wird von allen bedauert“, sagen die ehemaligen Kirchenvorstandsmitglieder, Klinge verlasse die Pfarrstelle in Großalmerode schweren Herzens. Er sei in Großalmerode und Epterode sehr beliebt gewesen. „Wir verlieren einen guten Pfarrer, der auf Menschen zugeht und mit seinem Enthusiasmus motivieren kann.“ Einen Abgang dieser Art habe er nicht verdient.

Wegen der Pandemie soll eine Verabschiedung im Gottesdienst nachträglich im Sommer stattfinden. Mit seinem Weggang sind eineinhalb Stellen in der Kirchengemeinde unbesetzt, da die weitere halbe Stelle mit Schwerpunkt im Ortsteil Rommerode nach mehreren Wechseln seit einem Jahr nicht besetzt werden konnte.

„Wir wollen bald zu einer Stellenbesetzung kommen“, sagt Dekanin Ulrike Laakmann. Zurzeit habe Pfarrer Armin Scheerschmidt vom Evangelischen Pfarramt Laudenbach die Vertretung übernommen. (Fabian Becker)

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