Herrmann ein letztes Mal als Stadtpolizist

Legt nach dem Heimatfest die Uniform ab: Stadtpolizist Manfred Herrmann. Foto: Röß

Großalmerode. Wer kennt ihn nicht, den historischen Ortspolizisten Kohlhase in Großalmerode, der alle fünf Jahre beim Heimatfest in Erscheinung tritt?

Seit 1995 wird er von Manfred Herrmann gespielt. Doch in die Vorfreude auf das Heimatfest, das übermorgen beginnt, mischt sich für Herrmann auch etwas Wehmut, denn in die Rolle des Kohlhase wird er in den kommenden Tagen zum letzten Mal schlüpfen. Ein letztes Mal das Heimatfest eröffnen und die Bevölkerung ermahnen, sich anständig über die Feiertage zu benehmen, aber trotzdem fröhlich zu sein. Ein letztes Mal am Sonntag zu den Bekanntmachungen an verschiedenen Punkten der Stadt unterwegs sein und im Anschluss den Festzug anführen. Auch wenn es für den pensionierten Polizeibeamten eine Ehre war, den historischen Kohlhase zu spielen, so hat er sich aus gesundheitlichen Gründen entschieden, die Schelle, die neben Uniform und Pickelhaube die äußeren Merkmale der Rolle ist, zum Ausklang des Heimatfestes beim Frühschoppen am Montag an Carsten Schwenk zu übergeben.

Und damit schließt sich der Kreis der Personen, die bisher den ehemaligen Ortspolizisten in der Tonstadt verkörpert haben. 1995 hatte Herrmann die Schelle von Willi Schwenk übernommen, der 1965 den Kohlhase als historische Figur ins Leben gerufen hatte. Jetzt, 50 Jahre später, wird die Schelle weitergereicht an dessen Enkelsohn Carsten, damit dieser das Heimatfest in fünf Jahren eröffnen kann.

Doch wer war eigentlich dieser Ortspolizist Kohlhase? Manfred Herrmann hat bei seiner Recherche folgendes herausbekommen. Demzufolge ist Eduard Kohlhase 1857 in Großalmerode geboren und hat bis zum Tod in 1926 in der Tonstadt gelebt. Als Ortspolizist gehörte es, wie damals üblich, auch zu seinen Aufgaben, Mitteilungen, Anordnungen und Nachrichten auszurufen. Dabei zog er mit der Schelle von Station zu Station, um seine Bekanntmachungen in der ganzen Stadt zu verbreiten. Die Polizeiwache befand sich damals im Haus an der Straße Kleiner Kirchrain, wo Kohlhase auch wohnte. Sein Amt soll er mehr als gewissenhaft ausgeübt haben, was ihm wohl nicht gerade viele Freunde unter den Bürgern und Kindern der Tonstadt beschert hatte.

Schon zu den damaligen Festen soll er in Großalmerode den Festzug angeführt und den Weg durch die Zuschauermenge gebahnt haben.

Übrigens, mit dem Wechsel des historischen Ortspolizisten Kohlhase an Carsten Schwenk geht leider auch die Ära von „Henner und Mariechen“ zu Ende. Schwenk hatte den männlichen Part des Duos gespielt, das als Tonstädter Originale bei seinen zahlreichen Auftritten viel Freude bereitet hatte. (zlr)

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