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In Großalmerode soll im kommenden Jahr die erste Natur-Kita eröffnen

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Von: Wiebke Huck, Lothar Röß

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Hier soll die Kita Apfelwiese entstehen: Hauptamtsleiterin Tatiana Duclos (links) und Bürgermeister Finn Thomsen zeigen, wo zwischen Bach und Streuobstwiese künftig gespielt werden soll.
Hier soll die Kita Apfelwiese entstehen: Hauptamtsleiterin Tatiana Duclos (links) und Bürgermeister Finn Thomsen zeigen, wo zwischen Bach und Streuobstwiese künftig gespielt werden soll. © Wiebke Huck

Wind und Wetter, Tiere, Wasser und der Wald – in der neuen Natur-Kita in Großalmerode sollen die Kinder vor allem draußen spielen und betreut werden. Geplant ist die Eröffnung laut Bürgermeister Finn Thomsen zum 1. Mai 2023 – wenn die Bau- und Materialkosten konstant bleiben.

Großalmerode – Der Einrichtung hatten die Stadtverordneten im Sommer zugestimmt. Nach der Begutachtung mehrerer Standorte durch die Fachaufsicht wurde die „Apfelwiese“ im Bereich der Straße „Unter dem Felsenkeller“ östlich der Druckerei Wollenhaupt als geeignetes Areal, das den hohen Anforderungen einer solchen Einrichtung entspricht, ausgewählt. Geplant ist der Bau einer Schutzhütte mit einem etwa 50 Quadratmeter großen Aufenthaltsraum mit Ofen und einer Hochebene, dazu eine rund 25 Quadratmeter große Terrasse. Den Strom sollen Solarzellen erzeugen, fließend Wasser wird es nicht geben, es werden zwei Komposttoiletten eingerichtet. Die naturnahe Betreuung soll für bis zu 20 Kinder ab 3 Jahren täglich von 7.30 bis 13.30 Uhr spielzeugfrei auf der Basis tiergeschützter Pädagogik erfolgen.

Da vorgesehen ist, sowohl die Errichtung der Kita als auch den Betrieb fremd zu vergeben, war eine Ausschreibung erfolgt. Den Zuschlag hat die Awo bekommen. Die Plätze sind beitragsfrei, da das Land Hessen die Kosten für eine sechsstündige Betreuung trägt. Auch bei der Bürgerversammlung in der vergangenen Woche war die Natur-Kita Thema: „Was machen die Kinder im Winter?“ wollte aus dem Publikum Frank Krumpholz, Vorsitzender der örtlichen Turngemeinde, die auch mit Kindern im Kindergartenalter zu tun hat, wissen. „Der Betrieb geht weiter“, bescheinigte ihm Bürgermeister Thomsen, der für extreme Witterungsverhältnisse auf den Aufenthaltsraum verwies. Die Kinder sollen im Sommer und im Winter vor allem im Freien spielen und lernen.

Die benachbarte Streuobstwiese, die im Besitz der Stadt ist, der an das Grundstück grenze Bach sowie der nahe Wald, sollen ebenso wie das Kita-Gelände genutzt werden. Das Konzept der Natur-Kita sieht vor, dass die Kinder den Hauptteil der Betreuungszeit im Freien verbringen, dabei auf Tuchfühlung mit Wind und Wetter aber auch mit Regenwürmern und Spinnen gehen. Sie sollen einen Bezug zur Natur aufbauen, der ihnen einen unbeschwerten Umgang ermöglicht. Regelmäßig sollen außerdem Tiere zu Besuch kommen, die Kinder werden mit Schafen, Pferden und Hühnern in Kontakt kommen. Sogar ein kleiner Stall soll auf dem Gelände entstehen.

Darum sei die Betreuungszeit aber auch auf sechs Stunden beschränkt, denn Mittagessen und ein Schlafraum sind nicht eingeplant und würden laut Thomsen auch nicht ins Konzept passen. Betreut werden die Kinder von zwei Fachkräften und einer Pia-Auszubildenden.

Erste Nachfragen nach Plätzen in der neuen Natur-Kita, die es so laut Thomsen im Kreis kein zweites Mal gibt, sind schon eingegangen. Nicht nur Kinder, die im kommenden Jahr neu in den Kindergarten kommen, können aufgenommen werden. Wie Hauptamtsleiterin Tatiana Duclos erklärt, ist auch ein Wechsel aus einer anderen Kita möglich.    (hbk/zlr)

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