52 Jahre lang Chef von SPD-Ortsverein

Leitete 52 Jahre einen SPD-Ortsverein: Der Trubenhäuser Eduard Rübeling hat sich ein halbes Jahrhundert kommunalpolitisch engagiert – und dabei Höhen und Tiefen erlebt. Sein Einsatz blieb nicht ungeehrt, etliche hohe Auszeichnungen weist er nicht ohne Stolz vor. Foto: Forbert

Trubenhausen. Für Eduard Rübeling war 2016 kein ganz gewöhnliches Jahr - und das nicht nur, weil er im August seinen 80. Geburtstag feierte.

Der Trubenhäuser, der seinem Geburtsort treu geblieben ist, gab im Frühjahr den Vorsitz des SPD-Ortsvereins ab - nach 52 Jahren. Rübeling hat den Verein 1964 mitgegründet und führte ihn ununterbrochen. Da hatte er viel ehrenamtliche Arbeit zu leisten und erlebte kommunalpolitisch Höhen und Tiefen.

Über Jahrzehnte hatte seine Partei die Mehrheit im Stadtparlament und im Ortsbeirat. Das hatte den Vorteil, sagt er rückblickend, dass viele Vorab-Überlegungen auch beschlossen wurden. Den SPD-Ortsverein hatte er damals ja auch mitgegründet, „um die Gemeindepolitik zu beeinflussen“.

Was war das Bedeutsamste, das er als SPD-Chef erreicht hat? Dass im Rahmen der Dorferneuerung die Bundesstraße 451 nicht am Hang entlang gebaut wurde, antwortet er sofort und nennt auch gleich Eduard Gröling als seinen Hauptmitstreiter nicht nur bei diesem Anliegen.

Als eine seiner Enttäuschungen hingegen lassen sich - neben dem Ausgang der jüngsten Kommunalwahl auf Stadtebene - aus Rübelings Erzählungen die gescheiterten Versuche heraushören, Trubenhausen vorzeitig mit der Stadt Großalmerode zusammenzuschließen. Anfang der 1970er-Jahre hätte die Mehrheit der Bevölkerung noch mit einer Gelstertal-Großgemeinde geliebäugelt. 1974 kam es halt zur zwangsweisen Angliederung an Großalmerode. Und ab jenem Jahr saß er - mit einer Unterbrechung - bis 2006 in der Stadtverordnetenversammlung und übernahm wichtige Positionen.

1964 war Eduard Rübeling als junger Mann bei der Post, der gerade die Inspektorprüfung hinter sich hatte, zur SPD gekommen. Warum diese Partei? „Die soziale Komponente war ausschlaggebend“, sagt er und verweist auf seine Herkunft aus einer Familie mit sechs Kindern.

Inzwischen hat sich die SPD in seinen Augen sehr verändert. „Vieles ist nicht mehr so, wie man es sich vorstellt“, rückt der 80-Jährige mit seinem Unbehagen darüber nur zögerlich raus. Es müsse wieder mehr Politik für die arbeitende Bevölkerung gemacht werden, findet er. Zu Zeiten Willy Brandts habe es Aufbruchstimmung und Begeisterung gegeben - „das fehlt im Moment“. Aber auch, dass „zu viel“ Kritik an der derzeitigen Parteiführung und insbesondere an Vorsitzendem Sigmar Gabriel geübt wird, passt ihm nicht. Will er Gabriel denn als Kanzlerkandidaten haben? „Da bin ich noch zu keinem Ergebnis gekommen.“

Dass er den Parteivorsitz in Trubenhausen in diesem Jahr abgegeben hat, bedauert Rübeling nicht. Er spricht eher von Erleichterung. Erst habe er aber einen guten Nachfolger finden müssen. Nun hat er mehr Zeit für seine Frau, die ihm über Jahrzehnte stets den Rücken freihielt und die beiden Kinder aufzog, derweil er Politik machte.

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