27-Jähriger arbeitet bereits im Rathaus von Großalmerode

Kamerad will aufsteigen: Finn Thomsen bewirbt sich als Bürgermeister

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Sein größtes Hobby: Seit seinem zehnten Lebensjahr ist Bürgermeisterkandidat Finn Thomsen bei der Feuerwehr.

Großalmerode. Drei Kandidaten wollen der neue Bürgermeister von Großalmerode werden - wir stellen die Bewerber vor. Heute: Finn Thomsen, den Verwaltungsmann mit Liebe zur Feuerwehr.

Die großen roten Autos faszinierten Finn Thomsen schon als Kind: „Das war etwas Besonderes“, erinnert sich der heute 27-Jährige. Da der Vater bereits Brandschützer war und die Jugendwehr einen guten Ruf hatte, wurde er im Alter von zehn Jahren Mitglied. Der Zusammenhalt der Kameraden, das Feuer als gemeinsamer Feind, eine Aufgabe, die in der Gruppe bewältigt werden muss, Menschen zu helfen – das mache die Feuerwehr für ihn aus.

Dass sie auch eine gute Möglichkeit für Zugezogene ist, Anschluss zu finden, merkte Thomsen, als er sich der Großalmeröder Wehr anschloss, nachdem er 2012 von seiner Heimat Schaalby (südlich von Flensburg) in den Werra-Meißner-Kreis gezogen war: Seine Freundin Finja („Den Namen konnte ich mir merken.“) hatte in Göttingen einen Studienplatz für den Bachelor of Science in Geografie bekommen. Thomsen fand eine Anstellung bei der Verwaltung der Stadt Großalmerode.

Das Paar wohnt seitdem in Neu-Eichenberg – ungefähr die Mitte zwischen den beiden Städten. „Jedoch nur zur Miete, ein Umzug wäre also möglich“, sagt der Bürgermeisterkandidat, der schon jetzt laut eigener Aussage mehr im Großalmeröder als im Neu-Eichenberger Leben drin steckt. Wenn er die Wahl gewinne, sei dies auch nötig, denn das Amt des Bürgermeisters sei ein Sieben-Tage-Job „und es gibt viele Vereinsaktivitäten und Abendtermine, bei denen ich mich gern zeigen möchte“. Kurz vor der Wahl „alibimäßig“ umziehen, wollte er allerdings nicht und wird somit auch nicht wahlberechtigt sein. „Ich hoffe ja nicht, dass es am Ende an einer Stimme liegen wird, wie kürzlich in Bad Karlshafen.“ Als Parteiloser bringe er die notwendige Neutralität mit, habe durch Unterstützung von WG und CDU eine Chance auf politische Mehrheiten bis 2021.

Er habe seine Kandidatur schon auf sich zukommen sehen – schließlich sei der von ihm absolvierte Master of Public Administration ein „klassischer Bürgermeisterstudiengang“ – jedoch nicht so bald, da der amtierende Bürgermeister Andreas Nickel noch nicht die Altersgrenze erreicht habe. „Gegen meinen Chef wäre ich nicht angetreten, dazu bin ich zu loyal“, erklärt Thomsen. Und egal, wie die Wahl ausgehe, zu verlieren habe er nichts: „Im Rathaus sitze ich ja schon“. Allerdings werde er mit der Stelle des Büro- und Hauptamtsleiters, welche er von dem baldigen Ruheständler Günter Raabe übernehmen soll, für eine Kleinstadt wie Großalmerode bereits die letzte Stufe der Karriereleiter erreicht haben.

„Wenn ich den Bürgermeisterposten nicht bekomme, wird es mich woanders hinziehen“, sagt Thomsen, der – auch wenn man Beamten nachsage, dass sie es im Leben einfach haben möchten – laut eigener Aussage die Herausforderung sucht.

Einen persönlichen Fragebogen, mit dem wir Finn Thomsen auf den Zahn gefühlt haben, sowie einen ausführlichen Lebenslauf lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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