Pächter war nicht informiert

Neun Rehkitze tot gemäht - war es Vorsatz?

Kassel, Großalmerode, Rehkitze
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Neun Rehkitze östlich von Kassel wurden beim Mähen tödlich verletzt.

Ungewöhnlicher Vorfall: Neun Rehkitze wurden in Großalmerode östlich von Kassel tot gemäht. Der Vorfall sei „kein Unglück, sondern eine Form von Vorsatz“.

  • Neun Rehkitze östlich von Kassel wurden beim Mähen tödlich verletzt.
  • Die Staatsanwaltschaft soll ermitteln.
  • Der Kreisbauernverband distanzierte sich von dem Vorfall: „Wir waren alle total schockiert“.

Großalmerode - Neun tote Rehkitze – das ist das Ergebnis der Mahd einer rund 20 Hektar großen Wiese im Stadtgebiet von Großalmerode östlich von Kassel. Ein Vorfall, der nun vom Kreisveterinäramt an Polizei und Staatsanwaltschaft übergeben wird und für den Landwirt teuer werden kann. Die Internetseite topagrar.com berichtet etwa von 7.500 Euro Strafe für einen Bauern im mittelhessischen Geilshausen, der drei Kitze beim Grasschnitt tödlich verletzt hat.

Auf den Fall aufmerksam gemacht hatte der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land im sozialen Netzwerk Facebook. Sagt dort aber auch: „Wir möchten hier betonen, dass die meisten Landwirte vorbildlich sind und die Jagdpächter vor der Mahd informieren oder sich selbst kümmern.“ Geo-Naturpark-Geschäftsführer Marco Lenarduzzi ergänzt, dass trotz aller Vorkehrungen ein Kitz bei einer Mahd getötet werden könne, dies jedoch durch richtige Planung auf ein Minimum reduziert werde. In dem aktuellen Fall „ist eine Anzeige unumgänglich“.

Region Kassel: Vorfall mit Rehkitzen - Landwirt habe Jadgpächter nicht informiert

Eine schriftliche Stellungnahme des Jagdpächters, der die Rehkitze schwer verletzt und tot vorgefunden hatte, ist am 19.06.2020 beim Kreisveterinäramt eingegangen, sagt Jörg Klinge, Sprecher des Landkreises. „Entgegen der üblichen Verfahrensweise hatte der Landwirt den Jagdpächter nicht über die beabsichtigten Mäharbeiten informiert.“

Zum zweiten Mal wurden laut Klinge getötete Rehkitze beim Amt gemeldet. Beim zweiten Fall habe jedoch der Landwirt den Jagdpächter informiert, sodass er keine Sorgfaltspflichtverletzung begangen hat und keine Anzeige erfolgte. Klinge: „Vergleichbare Fälle kommen sicherlich nicht selten vor, das Veterinäramt erhält aber nur wenige Meldungen.“

Großalmerode östlich von Kassel: Vorfall mit Rehkitzen - Tat sei ungewöhnlich

Laut Andreas Thöne, Sprecher der Staatsanwaltschaft, wurde der Fall noch nicht an seine Behörde übergeben. Nach Rücksprache mit der verantwortlichen Dezernentin erklärt er, dass vereinzelt Fälle von toten Rehkitzen zur Anzeige gebracht werden. „Dass jedoch sogleich eine Vielzahl von Kitzen innerhalb eines Vorgangs verstorben sind, wäre in der Tat ungewöhnlich.“

Der Kreisbauernverband distanziere sich klar von dem Vorgang östlich von Kassel, betont Geschäftsführer Uwe Roth. „Wir waren alle total schockiert.“ Neun Kitze bei einer Mahd zu töten, sei für ihn „kein Unglück, sondern eine Form von Vorsatz“. Ein getötetes Kitz könne passieren, beim zweiten hätte der Landwirt dann das Mähwerk hochnehmen müssen. (Nicole Demmer)

In der Nähe von Kassel kam es zu einem tragischen Unfall: Ein Autofahrer konnte einem Reh nicht mehr ausweichen, sein Auto überschlägt sich. Der Fahrer wird schwer verletzt.

Ein Zusammenstoß eines ICE-Zuges mit einem Reh in der Region Kassel hat den Bahnverkehr in der Region durcheinandergewirbelt. Die Bahnstrecke ist zeitweise gesperrt.

In Northeim hat die Polizei der Natur einen Dienst erwiesen: Die Polizeibeamten vor Ort befreiten ein Rehkitz aus einem Maschendrahtzaun. In Liebenau (Kreis Kassel) sind mehrere Tiere von einem Zug erfasst worden. Die Ponys waren zuvor von einer Weide ausgebrochen.

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