Großalmerode: Kein Geld mehr für Tourismus

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Bald Geschichte: Die Tourist-Info gegenüber dem Rathaus in Großalmerode. Auch beim Nahverkehr, den der NVV organisiert, soll gespart werden.

Trubenhausen. Die Stadt Großalmerode wird sich mittelfristig aus der Tourismusförderung verabschieden.

Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung am späten Mittwochabend einmütig bei der Sitzung in Trubenhausen. Wider Erwarten gab es zu diesem Thema keine Grundsatzdiskussion. Im Hintergrund stehen Sparzwänge und weitere Schritte zur Konsolidierung der Stadtfinanzen.

„Wir müssen einfach gucken, was wir uns Stadt als auf Dauer noch leisten können“, sagte Bürgermeister Andreas Nickel (SPD). Die Tage der Touristinformation (TI) am Markt scheinen mit dem Beschluss gezählt zu sein. Ihre Auflösung soll sozialverträglich geschehen. Sobald im Rathaus eine anderweitige Stelle für die Mitarbeiterin frei ist, will man die TI schließen. Bei der Unterhaltung des Wanderwegenetzes will man sich auf fünf Premiumwege beschränken. In den vergangenen Jahren hat die Stadt jeweils 7500 Euro an die kreisweit agierende Werratal Tourismus Marketing als Umlage gezahlt. Zwar übernehme diesen Anteil mit diesem Jahr der Kreis, es bleibe aber abzuwarten, ob das auf Dauer so bleiben werde. Größter Kostenfaktor sind mit 34.700 Euro die Personalkosten. Über 20.000 Euro gibt die Stadt für die Pflege der Wanderwege aus. Bei einem Ausstieg aus der Tourismusförderung kann mit einer Einsparung von jährlich etwa 65.000 Euro gerechnet werden.

Opfer des Rotstiftes wird auch die Kooperation mit der Regionalbahn Kassel zum Betrieb der Lossetalbahn. Mit den Nachbargemeinden trägt Großalmerode die Hälfte der Betriebs- und Verwaltungskosten. Die Tonstadt stieg mit ein, um die Nahverkehrsverhältnisse zu verbessern. Dabei ging es um Zubringerbusse zur Tram. Im Laufe der Jahre wurden diese Fahrten jedoch eingeschränkt. Bis jetzt habe die Regionalbahn keine Angaben darüber vorlegen können, wie die Benutzerzahlen aussehen. Mit der Kündigung ihrer Beteiligung sei ein Wegfall von Verbindungen zu befürchten, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Die Kündigung wird spätestens 2018 wirksam, soll aber aus formalen Gründen in diesem Jahr ausgesprochen werden. Die Stadt hat 2014 knapp 40.000 Euro für die Kooperation bezahlt, in den Vorjahren waren es etwas weniger. (wke)

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