Keine Bordelle in Almerode: Stadt will Sperrbezirk anordnen lassen

Nicht in Großalmerode: Prostitution soll in der Tonstadt per Sperrbezirk verboten werden. Auslöser war ein Gebäude in Laudenbach, in dem kurzzeitig Damen ihre Dienste anboten, worüber sich Anwohner beschwerten. Foto: dpa

Großalmerode. Nachdem vor einigen Wochen im Großalmeröder Stadtteil Laudenbach einige Prostituierte ihre Dienste angeboten hatten, wird die Stadt dem „ältesten Gewerbe der Welt" nun einen Riegel vorschieben.

Bei der Stadtverordnetenversammlung votierten die Parlamentarier mit großer Mehrheit dafür, einen entsprechenden Sperrbezirks-Antrag beim Regierungspräsidium Kassel (RP) einzureichen.

Dieser wird für das gesamte Stadtgebiet gelten, da Kommunen unter 20 000 Einwohnern nicht einzelne Stadt- oder Ortsteile mit einem Verbot von Puffs versehen können. Interessant im Zusammenhang ist die Tatsache, dass sich die Problematik der Prostitution eigentlich schon von alleine erledigt hatte.

Lediglich wenige Wochen gingen einige Damen im betreffenden Haus in Laudenbach ihrem Gewerbe nach. Aufmerksamen Anwohnern blieb dies nicht verborgen, sie beschwerten sich über Ruhestörungen durch an- und abfahrende Freier, auch die unmittelbare Nähe zu Wohnhäusern und dem Kindergarten war den Laudenbachern ein Dorn im Auge. Dies rief Ortsbeirat und Stadtverwaltung auf den Plan. Nach einigen eigenen Recherchen der Stadt und einem Bericht in einem Anzeigenmagazin verschwanden die Damen und entsprechende Anzeigen in einschlägigen Medien aber genauso schnell, wie sie gekommen waren.

Daher sagte auch Thomas Hilwig von der CDU: „Da sich das Thema entsprechend schnell von allein erledigt hat, brauchen wir eigentlich keine Sperrbezirksanordnung für Großalmerode. Und wenn es die Nachbarn wirklich so sehr gestört hat, dann frage ich mich, warum niemand zu der öffentlichen Sitzung des Ortsbeirates erschienen ist, bei der wir das Thema besprochen hatten.“

Auch Bürgermeister Nickel unterstrich, dass sich das Problem zwar erledigt habe, man aber dennoch klären sollte, ob man ein derartiges Gewerbe in Großalmerode prinzipiell zulassen wolle. Letztlich wurde der Antrag bei einer Gegenstimme und sieben Enthaltungen mit 17 Ja-Stimmen angenommen.

Nickel erläuterte weiter den Sachstand zum Ersatzbau am Marktplatz, der seit Juni ruht. Er sagte, dass sowohl seitens des Architekturbüros als auch der Stadt Fehler gemacht worden seien. Nun wolle man sich beim nächsten Treffen des Arbeitskreises am 10. August über die offene Frage des Materials für die Verkleidung des Betonsockels unterhalten. Für mögliche Mehrkosten durch den Baustopp sieht Nickel derzeit „keine Kostenverpflichtung für die Stadt.“

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