Kirchenvorstand will Förderkreis zur Sanierung der Dorfkirche gründen

Sanierungsbedürftig: Die Dorfkirche in Epterode ist 1733 gebaut worden. Doch an selber Stelle muss bereits 1596 eine Kapelle gestanden haben. Das belegt die Sandsteinplatte der Altarstufe, die bis heute existiert. Die Kirche wurde unter der Regentschaft des Landgrafen Friedrich I. gebaut und durch Spendengelder finanziert, heißt es in der Epteröder Dorfchronik. Foto:  Ernst Göbel

Epterode. Die Dorfkirche in Epterode bedarf dringend der Sanierung. Deshalb ruft die Evangelische Kirchengemeinde für Mittwoch, 4. Februar, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus zur Gründung eines Förderkreises „Unsere Dorfkirche Epterode“ auf.

Ziel ist es, mithilfe des Förderkreises ein Signal in Richtung Landeskirche zu senden und für den Erhalt der Kirche zu werben. Denn einen Laden oder eine Gastwirtschaft gibt es in dem Großalmeröder Ortsteil schon lange nicht mehr. „Die Kirche ist der einzige öffentliche Treffpunkt in Epterode“, erklärt Pfarrer Jörg Klinge.

Im Förderkreis sollen auch Ideen entwickelt werden, mit denen Geld für die Sanierung gesammelt werden kann. Außerdem kümmert sich der Förderkreis um Veranstaltungen und Feste.

Wie dramatisch der Zustand der knapp 300 Jahre alten Dorfkirche ist, fällt beim Betreten des Gebäudes sofort ins Auge. Die oberste Empore ist bereits abgesperrt, sie darf nicht mehr betreten werden - wegen Einsturzgefahr. „Es gibt massive Schäden an der Tragkonstruktion, die regelmäßig statisch überprüft werden muss“, sagt Architekt Berthold Rehbein, der bereits für die Sanierung der Stadtkirche in der Kernstadt verpflichtet wurde.

Unter der Kirche drückt sich Wasser ins Gemäuer und auch das Dach ist undicht. „Die Grube, in der sich der Wärmetauscher befindet ist nicht druckwasserdicht“ erklärt Ernst Göbel, Mitglied des Kirchenvorstands. So könne immer wieder Wasser in den Innenraum dringen, der schon stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Die Feuchtigkeit kondensiert und zieht in die Holzkonstruktion. Überall breitet sich der Schimmel aus. Die Sporen sind mit bloßem Auge erkennbar. „Es ist höchste Zeit, dass hat auch die Gemeindeversammlung deutlich gemacht“, sagt Pfarrer Jörn Klinge, der mit der Sanierung der Stadtkirche in der Kernstadt ebenfalls Erfahrungen gesammelt hat. Die Liste der nötigen Arbeiten ist groß. Das Dachtragwerk und die Dachhaut, die Turmzier und die Mauerkrone müssen saniert werden.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Sanierung auf etwa 680 000 Euro. Ein Teil der Kosten könne mithilfe des Kirchenerhaltungsfonds realisiert werden. Mit diesem Instrument könnte der Förderkreis seine gesammelten Spenden verdoppeln lassen.

Von Alia Shuhaiber

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