Parlament beschließt neue Betreuungsmodelle 

Kita in Großalmerode öffnet künftig schon um 7 Uhr - und wird teurer

Großalmerode.

Eine Erhöhung der Kindergartengebühren sowie eine Umstrukturierung der für die von Eltern wählbaren Betreuungsmodule haben die Stadtverordneten mit den Gegenstimmen der SPD in ihrer Sitzung am Mittwoch beschlossen.

So wird der Arbeiterwohlfahrt als Träger empfohlen, die Module ab dem 1. Juli bereits um 7 Uhr, statt um 7.15 Uhr beginnen zu lassen. „Damit bieten wir ein besseres Angebot in den Randzeiten“, sagte Bürgermeister Andreas Nickel. Das Basismodul soll künftig, statt wie bisher um 13 Uhr, bereits um 12 Uhr enden, was Personaleinsparungen von 50.000 Euro mit sich bringt.

Für Kinder im letzten Kindergartenjahr ist dieses Modul beitragsfrei, für die anderen Module ist nur die Differenz von 10 beziehungsweise 45 Euro zu zahlen (siehe Tabelle am Textende). Die Endzeiten der beiden anderen Module bleiben. Statt der Einteilung in unter-Zweijährige, unter- und über-Dreijährige fällt die erste Einteilung weg, weil laut Kinderförderungsgesetz sowohl Kinder unter zwei als auch unter drei Jahren den gleichen Betreuungsbedarf haben.

Mit der Neustrukturierung habe man Gebühren und Betreuungszeit in eine bessere Relation gebracht, sagte Nickel. So sei durch die jahrelange Anpassungspraxis mittels prozentualer Steigerung bisher eine Betreuung von acht Stunden im Verhältnis ungleich günstiger als eine kürzere Betreuung gewesen.

Mit der Anpassung der Gebühren – ursprünglich war 2014 bereits eine Erhöhung geplant, die zum August umgesetzt werden sollte – werde ein Schritt in Richtung der vom Land geforderten 1/3-Finanzierung durch Land, Kommune und Eltern gemacht. Während der Beschluss im Haupt- und Finanzausschuss noch einstimmig beschieden wurde, sorgte er in der Stadtverordnetenversammlung für Diskussionen: Daniel Ludolph (SPD) beantragte, den Beschluss dahingehend zu ändern, dass man für die Berechnung der neuen U3-Einteilung den Mittelwert aus den bisherigen U2- und U3-Einteilungen zu bilden (für das erste Modul 180 Euro, das zweite 230 und das dritte 260 Euro).

Zudem sagte er: „Ich sehe keinen Grund, nach der Modulumstellung und der damit verbundenen Ersparnis die Gebühren zu erhöhen und junge Familien zu belasten.“ Während Ludolph dafür Rückendeckung aus seiner Fraktion erhielt, hielten sowohl Volker Pforr (CDU) als auch Uwe Fischer, Alexander Meywirth und Uwe Range von der Wählergemeinschaft dagegen: Sie verwiesen zum Einen auf die Nachforderungen der Awo in den vergangenen Jahren und zum Anderen auf die Schulden, welche die Stadt Großalmerode in den nächsten Jahren abbauen muss – und lehnten Ludolphs Antrag mit 15 Stimmen bei zwölf Ja-Stimmen und einer Enthaltung ab. 


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