„In den Steinen 9" in Großalmerode

Kreis will Schutt nun doch entsorgen

Trostlos: Auf dem Grundstück „In den Steinen 9“ türmt sich seit dem Abriss des Nebengebäudes im März der Bauschutt. Nun hat sich der Kreis bereiterklärt, diesen abzutransportieren. Foto:  Skupio

Großalmerode. Gute Nachrichten für den Schutthaufen „In den Steinen 9" in Großalmerode: Obwohl der Kreis als Bauaufsicht weiterhin betont, nicht für die Beseitigung zuständig zu sein, wird er sich darum kümmern.

„Derzeit werden entsprechende Angebote für das Abfahren eines Teils des Abfalles eingeholt“, bestätigte Kreissprecher Jörg Klinge auf Anfrage. Von dem Bauschutt werde nur so viel entfernt, dass die Außenwand des Nachbargebäudes keinen Schaden nimmt. „Weitere Abrissarbeiten sind nicht vorgesehen“, sagte Klinge.

Wann der Schutt abtransportiert wird und welche Kosten auf den Kreis zukommen, sei noch unklar. Es würden jedoch alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um sich das Geld vom Grundstückseigentümer - der für die Beseitigung zuständig ist - zurückzuholen.

Das Haus „In den Steinen 9“ in Großalmerode war seit fast 20 Jahren nicht mehr bewohnt und einsturzgefährdet. Vor zwei Jahren fiel ein Teil des Giebels an einem Nebengebäude auf die Hallen des Nachbarn. Da der in Kassel lebende Eigentümer der Aufforderung eines Abrisses nicht nachkam, wurde das Gebäude durch die Bauaufsicht des Kreises im Wege der Zwangsvollstreckung im März dieses Jahres abgerissen. Dem Kreis sind dadurch Kosten in Höhe von 32 000 Euro entstanden. Die Stadt sei dankbar, wenn der Kreis den Schutt beseitigt - zumal er beim Abriss keine Mülltrennung vorgenommen hätte und die Kosten somit extrem hoch seien, „aber schön ist das Areal dann immer noch nicht“, sagt Bürgermeister Nickel auf Anfrage. Man müsse sich Gedanken machen, wie man mit der Baulücke dann umgeht. Am liebsten wäre es Nickel, wenn ein Nachbar das Grundstück zum Bau einer Garage oder ähnlichem kaufen würde, aber da habe er keine große Hoffnung.

Im Mai hatte sich die Stadt mit einem Projekt, welches die Beseitigung des Schutts und den Umbau zu einem barrierefreien Platz für das Areal vorsah, um Fördermittel beworben. Von den dafür veranschlagten 140 000 Euro - 40 000 Euro waren für die Beseitigung des Schutts vorgesehen - wären so 65 Prozent förderfähig gewesen. „Wir haben leider eine Absage bekommen, wurden aber ermutigt, es nächstes Jahr erneut zu probieren, was wir auch machen werden.“

Bedingung für die Umsetzung des Projekts ist laut Nickel allerdings, dass der Eigentümer sein Grundstück verkauft. Der Bürgermeister hofft, dass Stadt und Eigentümer sich im nächsten Jahr diesbezüglich einigen können. Wenn der Kreis den Schutt entsorgt, sind allerdings die Lasten auf dem Haus um diese Kosten erhöht. „Falls wir das Haus kaufen, um unser Projekt umzusetzen, müssen wir uns also auch noch mit dem Kreis einigen.“

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