Lydia und Heinz Gundlach feiern heute Eiserne Hochzeit

Liebevoller Umgang auch nach 65 Jahren: Lydia und Heinz Gundlach feiern heute Eiserne Hochzeit. Foto: Röß

Großalmerode. „Komm mein Schatz, setz dich zu mir“, bittet Lydia Gundlach ihren Ehemann Heinz, neben ihr auf der Couch Platz zu nehmen, ihrem Lieblingsort im Wohnzimmer daheim in der Eichhofstraße 18 in Großalmerode.

Für das Foto zu ihrer Eisernen Hochzeit am heutigen Tage haben sich die beiden Senioren so richtig in Schale geworfen.

Der liebevolle Umgang, den die 85-Jährige mit ihrem ein Jahr älteren Partner auch noch nach 65 Jahren Ehe pflegt, ist beispielhaft. Und so wundert es nicht, dass die beiden sich auch heute noch gern daran erinnern, wie ihre Liebe damals, wenige Jahre nach dem Krieg, begann.

Lydia, eine geborene Noll, war erst mit 14 Jahren nach Großalmerode gekommen. Nachdem die Wohnung der Familie in Hamburg 1943 einem Bombenangriff zum Opfer gefallen war, hatten Verwandte aus der Tonstadt, wo ihr Vater auch geboren war, die Eltern und ihre fünf jüngeren Geschwister aufgenommen.

Ein schmuckes Paar Lydia und Heinz Gundlach bei ihrer Hochzeit. Repro: Röß

Ihre Ausbildung zum Herrenschneider in der Schneiderei des Vaters in der Stadt am Marktplatz legte dann den Grundstein, dass das Schicksal die beiden zusammenführte. Heinz Gundlach hatte das Frisörhandwerk erlernt. „Ein neuer Anzug musste her, denn als Frisör muss man immer gut gekleidet sein“, erinnert sich der 86-Jährige. „So habe ich meine 40 Mark Kopfgeld, die nach der Währungsreform 1948 an jeden ausgezahlt wurden, in meinen neuen Anzug investiert“, erzählt er weiter. Damit war der erste Kontakt zwischen Lydia und Heinz zustande gekommen. „Auf meinem Weg zur Arbeit kam ich Tag für Tag zweimal an der Schneiderei vorbei, wir tauschten Blicke aus und winkten uns auch schon mal zu“, weiß Heinz Gundlach noch, als wäre es erst gestern geschehen. „Und zum ersten Kinobesuch hast du mich zusammen mit meiner Mutter eingeladen“ fügt Ehefrau Lydia lächelnd hinzu.

Nach der Hochzeit am 17. Dezember 1949 kam im Jahr drauf das erste von insgesamt sechs Kindern zur Welt. Vier Jahre später wurde das neu gebaute Haus in der Eichhofstraße bezogen.

Nach 65 Jahren kann sich das Ehepaar über sechs Enkel und einen Urenkel freuen, die zum Kreis der Gratulanten am heutigen Tage zählen, auch wenn die große Feier im Kreise der Familie erst am Samstag steigt. (zlr)

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