Vortrag an Valentin-Traudt-Schule

Medienexperte rät Eltern in Großalmerode: "Schaffen Sie reale Netzwerke"

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Wie bringt man Kinder dazu, nicht so viel Zeit mit dem Handy zu verbringen? Experte Thomas Feibel gab Eltern in Großalmerode jetzt Tipps.

 „Jetzt pack doch mal das Handy weg“, ist der Titel eines Ratgebers von Autor und Medienexperte Thomas Feibel. In Großalmerode verblüffte er Eltern mit Simple, aber wirkungsvollen Tipps.

Medienexperte und Autor Thomas Feibel hielt einen Elternvortrag an der Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode. 

Am Mittwoch war er in der Valentin-Traudt-Schule zu Gast und hielt einen Vortrag zum selben Thema vor rund 100 Eltern. Der wohl wichtigste Rat des Abends an die Eltern: Ihre eigene Forderung beherzigen und selbst öfter mal das Smartphone aus der Hand legen. Denn handyfreie Räume und Zeit zu schaffen tue beiden Seiten gut, so die Meinung von Thomas Feibel.

Mit viel Humor gab er zu Beginn einen ausführlichen Einblick in die moderne Welt des Internets. Er erklärte Begriffe wie Hatespeech, Bots, Social Scoring und Fake News. Denn das größte Problem, wenn es darum gehe den Erziehungsauftrag in Sachen Internetnutzung und moderne Medien erfolgreich auszuführen sei, dass Eltern oft selbst gar keinen Durchblick im virtuellen Dschungel hätten.

Für die Eltern hieß es aber nicht nur Zuhören, auch ihre Meinung war gefragt. So wollte Feibel wissen: „Welche sozialen Netzwerke kennen Sie?“ Mütter und Väter fingen an Plattformen wie Instagram, Snapchat und Facebook aufzuzählen, hören wollte Feibel aber eigentlich etwas anderes: „Die wichtigsten sozialen Netzwerke, hat niemand genannt“, so der Experte. Das seien Familie, Vereine und Schule – all das, wo man echte Freunde finden und mit Menschen von Angesicht zu Angesicht Kontakt haben könne. Wichtig sei es vor allem, den Kindern Sensibilität mitzugeben, ihnen deutlich zu machen, dass sie nicht alles glauben dürfen, was sie im Internet sehen, ihre Lesefähigkeit zu schulen und als echtes soziales Netzwerk für die Kinder da zu sein. Smartphones seien der einfachsten Weg, Kindern den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Darum hält der Experte überhaupt nichts davon, sie zu früh in Kontakt mit der virtuellen Welt zu bringen. „Wo sind im Restaurant die kopierten Bilder und abgebrochenen Stifte geblieben?“, fragte Feibel.

Heute sehe man immer öfter Kinder, die Smartphones in den Händen halten, wenn Eltern in Ruhe essen wollen. Ein gefährlicher Trend, wie er findet. „Lieber eine halbe Stunde mit dem Kind auf den Spielplatz gehen, ohne das Smartphone dabei zu haben, als drei Stunden mit dem Handy in der Hand“, rät Thomas Feibel. Denn das würde für beide viel mehr Qualität in die gemeinsame Zeit bringen.

Außerdem plädiert der Medienexperte dafür, eine Art Medienführerschein einzuführen, um zu sehen, wie gut die Kinder den Umgang mit dem Internet bewältigen können. Einen Tipp, welches das richtige Alter für das erste Smartphone ist, hatte auch Thomas Feibel nicht: „Jedes Kind ist anders, in seinen Fähigkeiten und Interessen. Darum gibt es für mich nicht das eine richtige Alter für den Einstieg ins Internet“, erklärte Feibel.

Am Donnerstag gab es an der Valentin-Traudt-Schule für 35 Schüler der 7. Klassen außerdem einen Workshop zusammen mit Thomas Feibel, in dem er über Gefahren und Chancen des Internets aufklärte.

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