Die letzte Ruhe unter einem Baum

Neue Grabanlage in Rommerode entstand dank ehrenamtlicher Helfer und Spenden

Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer in Rommerode präsentiert Jagdvorsteher Helmut Künzel die neue Grabanlage.
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Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer in Rommerode präsentiert Jagdvorsteher Helmut Künzel die neue Grabanlage.

Bestattungen in einem ansprechenden Umfeld, die dennoch für die Hinterbliebenen ohne Pflegeaufwand verbunden sind, sind nun auch in Rommerode möglich.

Auf dem Friedhof des Großalmeröder Stadtteils ist kürzlich ein Baumurnengrabfeld fertig gestellt worden.

Bestattungen in einem ansprechenden Umfeld, die dennoch für die Hinterbliebenen ohne Pflegeaufwand verbunden sind, sind nun auch in Rommerode möglich. Auf dem Friedhof des Großalmeröder Stadtteils ist kürzlich ein Baumurnengrabfeld fertig gestellt worden.

In der Mitte befindet sich ein Kugel-Ahorn, der bereits 2018 gepflanzt wurde. Im Kreis ringsum sind Findlinge angeordnet, dazwischen wurden Pflanzen wie Lavendel und Heide gesetzt. Das Grab dient für Urnenbestattungen. Für jede Urne ist ein Stein vorgesehen, an dem eine Plakette mit dem Namen des Verstorbenen befestigt werden soll. Große Steine sind für Familiengräber und bieten Platz für bis zu vier Urnen. Die Anlage hat für bis zu 43 Gräber Platz.

Die Umgestaltung des Areals war dank vieler Helfer und Spenden möglich. So gab die Jagdgenossenschaft Rommerode 1000 Euro und investierte gemeinsam mit der Friedhofskommission 100 ehrenamtliche Stunden in die Umgestaltung.

Auch die Stadt beteiligte sich und zahlte die Anfahrt der Findlinge. „Die Einfassung des Grabes hat uns Pflastermeister Hermann Nitsch gemacht“ freut sich Künzel. Auch Ortsvorsteher Rolf Fahrenbach und Magistratsmitglied Georg Gundlach haben sich sehr für das Grab engagiert. Das Künzel es nun alleine vorstellt, ist aus Rücksicht auf die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Auch in anderen Stadtteilen von Großalmerode befinden sich bereits solche Felder auf den Friedhöfen. So legten auch in Uengsterode, Laudenbach, Trubenhausen und in der Kernstadt Ehrenamtliche Baum-Urnengräber an, sagt Bürgermeister Finn Thomsen. Die Pflege der Anlage wird von der Stadt koordiniert. Auch dabei helfen Ehrenamtliche, freut sich Thomsen.

Anders als in einem Friedwald dürfen Angehörige das Grab mit einer kleinen Blumenschale oder ähnlichem schmücken. Nicht erlaubt ist es, Blumen in das Feld einzupflanzen.

Auch die Ruhefrist unterscheidet sich von einem normalen Urnengrabfeld: Im Baumurnenfeld beträgt sie nur 15 statt 25 Jahre, da nur schnell abbaubare Urnen verwendet werden dürfen.

„Bereits seit einigen Jahren bestand der Wunsch nach pflegearmen, alternativen Bestattungsformen“, sagt Thomsen. Deshalb sei im Sommer 2018 eine Friedhofskommission gegründet worden und habe sich des Themas angenommen, sodass die Stadtverordnetenversammlung die entsprechenden Beschlüsse dazu fassen konnte.

Die Baum-Urnengräber seien eine gute Kombination aus Friedwald und Urnenrasengrab, so Thomsen.

In Rommerode sind die ersten Plätze bereits verplant. Da sich hier die Besonderheit ergeben hat, dass die Stelle für die Urnenrasengräber ungeeignet war, werden in Abstimmung mit den Angehörigen die Urnen in die Neuanlage umgebettet. Dennoch sollen Urnenrasengräber auf allen Friedhöfen weiter angeboten werden. 

Baum-Urnengrab kostet insgesamt 1270 Euro

Ein Baum-Urneneinzelgrab kostet 750 Euro plus Beisetzungskosten von 400 Euro und 120 Euro für die Namensplakette inklusive Beschriftung. Im Vergleich dazu kostet ein normales Urneneinzelgrab 730 Euro plus die Beisetzungskosten von 400 Euro. Ein normales Urnengrab ist somit zwar günstiger, allerdings müssen die Angehörigen sich dann um Pflege und Gestaltung des Grabes kümmern.

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