Norbert Rheinländer arbeitet seit 45 Jahren für eine Firma

45 Jahre im Blaumann von Hofsommer: Norbert Rheinländer war sein ganzes bisheriges Berufsleben seinem Ausbildungsbetrieb treu. Foto: Röß

Großalmerode. Vor 45 Jahren, am 1. August 1970, hat Norbert Rheinländer aus Velmeden seine Lehre bei der Firma Hofsommer in Großalmerode begonnen und ist dem Fachbetrieb für Elektro, Sanitär und Heizung bis heute treu geblieben.

Dass Rheinländer, der in wenigen Tagen 60 Jahre alt wird, als Elektroinstallateur auf 45 Arbeitsjahre zurückblicken kann, ist eine stolze Leistung. Dass er in all den Jahren bei ein und derselben Firma gearbeitet hat, ist wirklich ungewöhnlich.

Eigentlich hatte sich Rheinländer als Motorsportbegeisterter im Alter von 14 Jahren mit Abschluss der Schule nach der neunten Klasse eine Lehre zum Autoschlosser vorgestellt, doch dann sollte alles anders kommen. Auf der Suche nach einer Lehrstelle fragte er einfach mal bei der damals in seinem Heimatort Laudenbach ansässigen Firma Hofsommer nach. Meta Hofsommer, die als Ehefrau des inzwischen verstorbenen Firmengründers den Betrieb weiterführte, konnte der Jugendliche offenbar von sich überzeugen, denn prompt bekam er einen Ausbildungsvertrag zum Elektriker.

Die körperlich schwere Arbeit war für ihn kein Problem, denn zuvor hatte er schon beim Bau des Elternhauses in Laudenbach kräftig mit angepackt. Ausgleich für die Arbeit fand der Motorsportbegeisterte beim Trial, dem Geschicklichkeitssport mit dem Motorrad in schwerem Gelände. Im Team des Automobilsportclubs Bad Sooden-Allendorf ging er sogar bei einem WM-Lauf an den Start.

Nach dreieinhalb Jahren schloss er seine Lehre im Januar 1974 mit der Gesellenprüfung ab. Nach einem weiteren Jahr in der Firma folgte die einzige Auszeit in den 45 Jahren: Norbert Rheinländer wurde zum Wehrdienst einberufen. Nach der Grundausbildung zahlte sich die abgeschlossene Berufsausbildung des Elektrikers mit der weiteren Verwendung bei der Instandsetzung als Kraftfahrzeugelektriker aus. „Nicht schlecht“, erinnert sich Rheinländer, „da hatte man immer ein Dach über dem Kopf“.

Disziplin und Respekt, wie er sie bei der Bundeswehr kennengelernt hat, vermisst er heute bei so manchem Lehrling. „Die sind heute gleich mit jedem per Du und lassen sich mitunter nur ungern was sagen“, bemängelt Rheinländer das Verhalten vieler Jugendlicher in der Lehre.

Sein zweiter Chef Günther Hofsommer war für ihn stets eine geachtete Respektperson, da wäre es ihm nie in den Sinn gekommen, Du zu sagen. Erst nach zehn Jahren habe er ihm das damals angeboten. Das vertrauensvolle Verhältnis hat sich zuletzt auch auf Jörg Goldmann, den dritten Chef des Familienbetriebs, übertragen, mit dem er seit den 90er Jahren auf kollegialer Grundlage zusammenarbeitet.

Auch wenn er auf die Frage, ob er die 50 Arbeitsjahre vollenden will, spontan mit einem „definitiv nicht“ antwortet, räumt er ein: „Bis 63 muss ich, danach kann ich!“

Von Lothar Röß

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