Personaldecke der Feuerwehren wird dünn

Ehrungen bei der gemeinsamen Versammlung der Feuerwehren Großalmerode: Kreisbrandmeister Oliver Bolte (von links), Bürgermeister Andreas Nickel, Dirk Krause, Verbandsvorsitzender Markus Müller, Frank Fiedler, stv. Kreisbrandinspektor Andreas Vedder, Stadtbrandinspektor Dirk Junker, Vertreter Marcel Dann. Für Krause gab es Silber und für Fiedler Gold. Foto: Keller

Laudenbach. Die Personaldecke wird auch für die Freiwillige Feuerwehr in Großalmerode immer kürzer. „Ein stetiger Rückgang ist nicht zu leugnen," sagt Stadtbrandinspektor Dirk Junker.

Anlass war die gemeinsame Jahreshauptversammlung der Großalmeröder Feuerwehren. Junkers Amtskollege Timo Schröder (Helsa) brachte den Teufelskreis auf eine griffige Formel: „Wir haben immer weniger Feuerwehrleute, aber immer mehr Aufgaben. Gleichzeitig ist die Einwohnerzahl rückläufig.“

Derzeit können die Wehren im Raum Großalmerode auf 145 Aktive zurückgreifen, davon sind 16 Frauen. Die Zahlen liegen zwischen 14 in Weißenbach und 38 in Laudenbach. Dabei ist die Laudenbacher Wehr größer als die der Kernstadt. Die Zahl der Austritte aus den Wehren übersteigt die Zahl der Neuzugänge, machte Junker bei der gemeinsamen Hauptversammlung in Laudenbach deutlich.

Bürgermeister Andreas Nickel (SPD) ist die Misere vertraut. Noch klappe es bei den Einsätzen gut, aber eine personelle Aufstockung sei geboten. Die Stadt habe versucht, insbesondere Hausbesitzer für den Brandschutz zu motivieren, die Kampagne sei jedoch weithin ins Leere gelaufen.

Die Ausstattung der Wehren mit Fahrzeugen und Geräten habe für die Verwaltung und die Gremien eine hohe Priorität. Es gelte immer, das Niveau zu halten. Die großen Einsätze des vergangenen Jahres hätten deutlich gemacht, dass die Kooperation der Ortswehren immer wichtiger werde. Beispiele sind die Unwetterfolgen im Gelstertal, die Herrichtung der Notunterkünfte für Flüchtlinge in Hessisch Lichtenau und Eschwege, der Brand im Sägewerk Marbach und jüngst der Brand eines Holzhauses in Weißenbach.

Aktuell stehen bei der Ausstattung neue Fahrzeuge für Laudenbach und Trubenhausen an. Am Gerätehaus in Laudenbach soll angebaut werden.

Auch wenn die personellen Sorgen drücken - eine Zusammenlegung von Wehren wie in Neu-Eichenberg ist in Großalmerode für Junker kein Thema: Alle Wehren seien einsatzfähig. Hoffungsvolle Ansätze bei der Nachwuchsförderung gibt es bei der Jugendwehr und bei den Bambinis. Stadtjugendfeuerwehrwart Stefan Schaal und die Leiterin der Kinderwehr, Melanie Dann, können auf 23 bzw. zwölf Kinder bauen.

Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Andreas Vedder (Waldkappel) dankte namens des Werra-Meißner-Kreises für die geleistete Arbeit, Markus Müller überbrachte die Grüße des Kreisfeuerwehrverbandes Werra-Meißner. Auch sie riefen dazu auf, neue Ideen und Konzepte zur Nachwuchsgewinnung zu entwickeln.

Ehrungen: 

Frank Fiedler aus Laudenbach ist mit dem Hessischen Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40-jährige aktive Tätigkeit ausgezeichnet worden. Für Dirk Krause aus Rommerode gab es Silber für 25 Jahre. Anerkennungsprämien gab es für Marcel Dann, Christoph Engelmohr, Andreas Rübenkönig und Sebastian Wolf (zehn Jahre). 20 Jahre dabei sind Kai Groeger, Mathias Meywirth, Peter Motzkus, Andre Prinz, Willi Ruhwedel und Angelike Wöske. Auf 30 Jahre kommen Andreas Demus, Matthias Jung und Martin Mauler.

Axel Hesse aus Trubenhausen wurde zum Brandmeister befördert, zum Hauptbrandmeister stieg Oliver Bolte aus Laudenbach auf. Bolte ist zugleich Kreisbrandmeister.

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