Personalsorgen bei Feuerwehr: Nach Zwangsbesetzung ist nächste Stelle vakant

Großalmerode. Der Mangel an Führungskräften bei der Feuerwehr in Großalmerode nimmt kein Ende, weswegen nun überlegt wird, Bereichsfeuerwehren zu bilden.

Ein entsprechender Satzungsentwurf soll den Stadtverordneten Anfang nächsten Jahres vorgelegt werden. Erste Bereichsfeuerwehren könnten dann noch vor dem Sommer entstehen.

Auf Anfrage teilte Stadtbrandinspektor Dirk Junker jetzt mit, dass die Stelle des stellvertretenden Wehrführers in Uengsterode seit einiger Zeit vakant ist. Familiäre Gründe hatten den Stellvertreter dazu bewegt, sein Amt niederzulegen. Dass der Ort noch eine Wehrführerin hat, ist laut Junker der vor einigen Jahren angepassten Satzung zu verdanken: „Sie ist über die Stadtgrenze hinaus nach Dudenrode umgezogen und dürfte nach alter Satzung gar nicht mehr die Wehrführung innehaben.“ Die Satzung wurde jedoch dahingehend angepasst, dass das Feuerwehrgerätehaus innerhalb einer gewissen Zeit vom Wohnort des Wehrführers erreichbar sein muss.

Dass es langfristig jedoch weiteren Lösungen bedarf, will man die Feuerwehr einsatzbereit halten, zeigen die Beispiele aus Epterode und Weißenbach: In Epterode wurde nach vielen Monaten in einer außerordentlichen Sitzung im November wieder ein Wehrführer gewählt. Der hat laut Junker allerdings noch nicht alle für diese Position vorausgesetzten Lehrgänge vorzuweisen - ähnlich wie in Weißenbach, wo Wehrführer sowie Stellvertreter der Gruppenführerlehrgang fehlt.

Seitens der Stadt und der Behörden stellt dies kein Problem dar, wenn die Feuerwehrleute ihre Lehrgänge in absehbarer Zeit absolvieren. „Arbeitgeber sind jedoch immer weniger gewillt, ihre Mitarbeiter dafür freizustellen“, sagt Junker, der hofft, dass die Chefs der jeweiligen Wehrführer und Stellvertreter „mitspielen“.

Zwar seien Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, „aber wir haben da keine Handhabe, wir können sie nicht zwingen“. Zwar könne man die Freistellung einklagen, aber auf Rücksicht auf den Job habe das bisher noch niemand gemacht. Ein weiteres Problem, das Junker vor allem in Bezug auf Atemschutzgeräteträger sieht, ist eine nahende Überalterung der Feuerwehrleute.

Zwar gebe es bei der vor sechs Jahren ins Leben gerufenen Kinderfeuerwehr mit derzeit 30 Kindern ungebrochenen Andrang, doch bis der Nachwuchs in der Einsatzabteilung ankomme, vergingen zehn Jahre - wenn er nicht für Ausbildung und Studium wegziehen würde. „Daher ist es wichtig, Quereinsteiger zu gewinnen“, sagt Junker.

Je weniger Leute es in der Feuerwehr gebe, umso mehr Arbeit falle auf den Einzelnen ab, was die Motivation, verantwortungsvolle Positionen zu übernehmen, nicht gerade steigere. Hier könnten Bereichsfeuerwehren und die damit einhergehende Zusammenlegung des Übungsdienstes Abhilfe schaffen. (gsk)

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