Zwei Brücken fehlen jetzt noch

Renaturierung des Fahrbachtals bei Großalmerode steht kurz vor Abschluss

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Steine des Anstoßes: Großalmerodes Bürgermeister Andreas Nickel (von links), Architekt Rüdiger Braun, Baumaschinenführer Michael Becker (Firma Beisheim), Helmut Herbort (Obere Naturschutzbehörde) und Marco Lenarduzzi (Geo-Naturpark Frau-Holle-Land) beim Ortstermin im Fahrbachtal.

Großalmerode. Die Renaturierung des Fahrbachtals bei Großalmerode, das zum Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Werra- und Wehretal gehört, steht kurz vor dem Abschluss.

Voraussichtlich Ende der Woche sollen die Arbeiten beendet sein, bestätigte Architekt Rüdiger Braun.

Das für zwei bis drei Monate anberaumte Projekt sollte 2017 abgeschlossen sein. Aufgrund des schlechten Wetters war der Untergrund zu weich, sodass die Arbeiten erst Ende November beginnen konnten. Zudem sei erst der zweite Baggerfahrer mit den Gegebenheiten vor Ort zurechtgekommen, sagt der Architekt vom Büro für Ingenieurbiologie und Landschaftsplanung in Witzenhausen, das vom Dezernat Schutzgebiete des Regierungspräsidiums (RP) Kassel mit dem Projekt beauftragt wurde.

Letzte Arbeiten neben dem Waldschlösschen.

Nachdem jüngst Kritik von einigen Spaziergängern laut wurde, sollen demnächst noch zwei Brücken gebaut werden. So wurde der Zugang zur Gaststätte Waldschlösschen, der auf Höhe eines Quellzuflusses über Trittsteine verläuft, insbesondere für Mütter mit Kinderwagen oder Menschen mit Gehhilfe als problematisch empfunden. Geplant ist nun eine Brücke auf Sandsteinfundament, deren einseitiges Geländer den Zugang zum seichten Wasser noch ermöglichen soll. 

Die provisorische Brücke für den Premiumwanderweg.

Auch die provisorische Metallbrücke, über welche der Premiumwanderweg 14 führt, soll laut Marco Lenarduzzi vom Geo-Naturpark Frau-Holle-Land durch eine Holzbrücke ersetzt werden. Abschließend wird eine Mischung aus Gräsern und Wildkräutern eingesät. 

Beim Ortstermin mit Helmut Herbort von der Oberen Naturschutzbehörde des RP überzeugte sich Großalmerodes Bürgermeister Andreas Nickel auch davon, dass der Bitte der Verwaltung Rechnung getragen wurde: Der Herkunft seines Namens entsprechend fließt das Wasser des Fahrbaches weiter zum Teil über den Wirtschaftsweg, der von Lieferanten des Waldschlösschens, der Feuerwehr und für den Abtransport von Fäkalien genutzt wird.

Der leicht geflutete Wirtschaftsweg.

Im Zuge der Renaturierung, die mit 120.000 Euro fast doppelt so teuer wie geplant wird, wurde ein 120 Meter langer Abschnitt des Bachbettes im Talgrund verlegt und die Quelle, welche die Kernstadt Großalmerode mit Trinkwasser versorgt, an den neuen Bachlauf angebunden (unser Bild). Die drei Aufzuchtsteiche des Angelsportvereins Großalmerode, welche dieser von der Stadt gepachtet hatte, wurden trocken gelegt und zu flachen Gewässerauen modelliert. „Angesichts der vielen Reiher ist es lukrativer, ausgewachsene Fische zu kaufen und einzusetzen“, erklärte Nickel, weswegen die Teiche für den Verein verzichtbar geworden sind. Anstelle der Teiche wurde ein amphibiengerechter Teich angelegt, der laut Herbort später gern auch als Anschauungsobjekt für Kinder bei Exkursionen genutzt werden kann. Außerdem wurde die 1910 angelegte Verrohrung im Bereich des Waldschlösschens zurückgebaut.

Der neue Teich für die Amphibien.

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