Seit dem Anbieterwechsel ist das Taxi-Telefon stumm

Ärger mit Telefonanbieter: Seit zwei Tagen hat der Unternehmer Christopher Koch aus Großalmerode keinen Telefon- und Internetanschluss. Foto: Leissa

Großalmerode. Seit einem Anbieterwechsel ist das Minicar-Unternehmen Koch aus Großalmerode nicht mehr per Festnetz erreichbar.

Wenn der Minicar-Unternehmer Christopher Koch aus Großalmerode seine eigene Telefonnummer wählt, dann sagt ihm eine Bandansage seit zwei Tagen, dass die gewählte Rufnummer vorübergehend nicht erreichbar sei. Das sollte sie aber, denn das Unternehmen erhält seine Aufträge nur übers Telefon.

Schuld an dem toten Anschluss sei der Wechsel des Telefonanbieters: „Mein Vater hatte es gut gemeint und ist von der Telekom zu O2 gewechselt“, sagt Koch. Gute Konditionen und die telefonische Zusage, dass alles - von der Kündigung beim Alt-Anbieter Telekom über die Mitnahme der Rufnummer zum neuen Anbieter und die lückenlose Freischaltung des neuen Anschlusses für Telefon und Internet am vereinbarten Fristtag - einwandfrei über die Bühne laufen sollte, hatten den Unternehmer gelockt. Doch nachdem am Montag, dem Fristtag, kein Anruf beim Minicar-Dienst einging, begannen sich Koch und sein Vater zu wundern.

Dann folgte Ratlosigkeit und leichte Panik. Koch kann nicht mehr aufzählen, wie häufig er beim Kundendienst von O2 angerufen hat. „Jedes Mal wurde ich vertröstet. Man sprach immer von irgendwelchen Störungen. Erst sollte das Problem bis mittags geklärt sein, dann plötzlich bis 18 Uhr, 22 Uhr, schließlich am nächsten Tag.“

Seine Taxis stehen unterdessen still. Seit 30 Jahren transportiert das Familienunternehmen Menschen im Umkreis von Großalmerode. Hauptsächlich tätigt Koch Krankenfahrten. „Wenn jetzt ein Kunde zum Beispiel zu seinem Dialyse-Termin muss und uns nicht verständigen kann, dann ist das mehr als nur ärgerlich“, betont Koch. Am meisten störe ihn die vermeintliche Hinhalte-Taktik des Telefonanbieters. „Es ist schon schlimm genug, wenn Privatkunden lange auf ihren Anschluss warten müssen, dass sie überhaupt warten müssen. Aber hier ist unsere berufliche Existenz bedroht“, sagt Margit Koch, die Mutter des Geschäftsinhabers. „Es wäre fair gewesen, hätte man uns im Vorfeld zumindest auf eventuelle Schwierigkeiten bei der Umschaltung der Rufnummern hingewiesen.“

Mittlerweile möchten die Minicar-Unternehmer nicht mehr länger darauf hoffen, dass O2 das Problem löst. Er will seinen neuen Vertrag nun schnellstmöglichst verlassen und zu seinem Alt-Anbieter zurückkehren. Dort hat er nachgefragt: Obwohl der alte Vertrag gekündigt sei, ist die stadtbekannte Rufnummer des Minicar-Dienstes noch frei. Übergangsweise will sich Koch alle Anrufe auf sein Mobiltelefon umleiten lassen. Bis dahin ist Minicar Koch über die Mobilnummer 0176/48 28 66 11 zu erreichen.

Der Telefonanbieter Telefonica, von dem O2 betrieben wird, war bis zum Redaktionsschluss am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Margarete Leissa

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