So sieht der Alltag mit einem alternativen Antrieb aus

Sparsam auf langen Strecken: Hanna Schmuch fährt ein gasbetriebenes Auto

Wenn man viel unterwegs ist, lohnt sich die Anschaffung eines gasbetriebenen Autos, sagt Hanna Schmuch, die einen umgerüsteten Opel Corsa fährt.
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Wenn man viel unterwegs ist, lohnt sich die Anschaffung eines gasbetriebenen Autos, sagt Hanna Schmuch, die einen umgerüsteten Opel Corsa fährt.

Mit Auto, Rad, Flugzeug oder Zug: Die Menschen sind viel unterwegs. In der Herbstserie „Mobilität“ berichten wir über alle Facetten rund um dieses Thema. Heute: Der Alltag mit einem gasbetriebenen Auto.

Uengsterode – Auf den ersten Blick sieht der rote Opel Corsa von Hanna Schmuch wie ein ganz normales Auto aus. Zwei kleine Details verraten aber, dass der Wagen nicht hauptsächlich mit Benzin, sondern mit Gas fährt: Eine Füllstandsanzeige neben dem Lenkrad und statt einem zwei Tanköffnungen – eine für Super-Benzin und eine weitere für Flüssiggas.

Seit sechs Jahren fährt Schmuch den 2007 gebauten und später auf Gas nachgerüsteten Wagen. Für sie war es damals eine Kostenentscheidung, angesichts ihrer damaligen Arbeitsstelle in Bad Hersfeld. „Bei 120 Kilometern täglich ist es deutlich günstiger“, sagt Schmuch. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie des ADAC. Darin wurde berechnet, ab wie vielen Kilometern sich die rund 2500 Euro teure Umrüstung eines Wagens gerechnet hat. Autogas kostet je Liter rund die Hälfte weniger als Benzin, der Verbrauch ist allerdings um rund 20 Prozent höher. Für einen Opel Corsa rechnet sich nach der Studie die Umrüstung nach 79 000 Kilometern, für einen VW Transporter bereits nach 40 000 und für einen Peugeot 208 erst nach 102 000 Kilometern.

„Man fährt erst mit Benzin, bis der Motor warm ist, dann schaltet sich das Gas dazu“, berichtet Hanna Schmuch. Laut ADAC werden die Autos dafür mit einer speziellen Gaseinspritz-Technik ausgerüstet, die ermöglicht, dass herkömmliche Ottomotoren mit dem Gas betrieben werden können. Auf das Fahrgefühl wirkt es sich nicht aus, ob gerade mit Benzin oder Gas gefahren wird, erklärt Hanna Schmuch. Lediglich ein kleiner Ruckler des Autos signalisiere, dass auf Gas umgestellt wird oder das Auto wieder auf Benzin zugreift, weil etwa der Gastank leer ist. Und: Der Wagen mit gut 80 PS hat etwas mehr Power, wenn er mit Benzin betrieben wird.

Wenn der Gastank leer ist, gibt es im Kreis diverse Möglichkeiten. Hessisch Lichtenau hat zwei entsprechende Tankstellen, Sontra und Bad Sooden-Allendorf haben jeweils eine und Eschwege drei, fällt Schmuch spontan ein. Bei Erdgas, auf das Autos auch umgerüstet werden können, gebe es weniger verfügbare Tankstellen.

Eine Besonderheit gibt es beim Auffüllen des Tanks: den Totmannschalter. Ist der Tankstutzen mit dem Adapter für das Auto verschraubt, muss der Fahrer mechanisch einen Knopf oder ein Pedal gedrückt halten, damit das Gas läuft. Das ist eine Sicherung, damit kein Gas ungehindert ausläuft.

Neben der Tanköffnung für Benzin gibt es an dem Opel Corsa auch eine für Flüssiggas.

Apropos Sicherheit: Die ist bei einem mit Gas betriebenen Auto nicht sicherer oder unsicherer als bei einem Benziner, findet die 34-Jährige. Sie selbst hatte bereits einen Unfall, bei dem der Wagen aufgesetzt ist und nichts passierte. Nichtsdestotrotz gibt es Parkhäuser, in denen das Abstellen von gasbetriebenen Auto verboten ist.

Schlussendlich: Würde Hanna Schmuch den Kauf eines gasbetriebenen Autos oder das Umrüsten empfehlen? Für kurze Strecken lohnt sich die Investition nicht, sagt sie, aber „für längere Strecken ist es schon eine gute Sache“. (Nicole Demmer)

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