Delegation reist nach Rheinland-Pfalz

Spenden für Bürgerfonds: „Almerode Hilft“ übergibt 24.100 Euro an Flut-Opfer

Bei der Spendenübergabe im Ahrtal: Das Team von „Almerode Hilft“ mit Markus Tobi-Anacker (von links), Großalmerodes Bürgermeister Finn Thomsen, Schulds Bürgermeister Helmut Lussi und Großalmerodes Stadtverordnetenvorsteher Frank Anacker.
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Bei der Spendenübergabe im Ahrtal: Das Team von „Almerode Hilft“ mit Markus Tobi-Anacker (von links), Großalmerodes Bürgermeister Finn Thomsen, Schulds Bürgermeister Helmut Lussi und Großalmerodes Stadtverordnetenvorsteher Frank Anacker.

Die Hilfsbereitschaft der Großalmeröder war groß: Sie spendeten 24.100 Euro für die Flutopfer in Rheinland-Pfalz. Eine Delegation hat das Geld nun übergeben.

Großalmerode – Zerstörte Schienen, Häuser bei denen Wände fehlen, leere Erdgeschosse, Straßen – halbseitig oder ganz gesperrt, so beschreibt Großalmerodes Bürgermeister Finn Thomsen die Situation in der Gemeinde Schuld im Ahrtal (Rheinland-Pfalz). Er, Markus Tobi-Anacker, Organisator der Aktion „Almerode Hilft“, und Stadtverordnetenvorsteher Frank Anacker haben die 24.100 Euro Spenden der Aktion jetzt in die 325 Kilometer entfernte Gemeinde gebracht.

Schulds Bürgermeister Helmut Lussi nahm die Spenden entgegen. „Sie gehen in einen Bürgerfonds, der eingerichtet wurde, um schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten“, sagt Thomsen. Bereits 1,6 Millionen Euro Spenden seien in den Fonds eingegangen, etwa 1,4 Millionen Euro an Betroffene ausgezahlt worden. „Hilfen daraus für Notwendiges wie Waschmaschinen, Heizungen und Kleidung können Betroffene mit einem einfachen Formular beantragen.“ Der Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder prüften und gewährten die Hilfen unverzüglich. „So ist sichergestellt, dass das Geld direkt bei den Betroffenen ankommt“, betonte Lussi.

Wiederaufbau läuft an

In Schuld wird laut Thomsen mit Hochdruck an der der Infrastruktur gearbeitet: „Freiwillige räumen den Rand der Ahr auf“. Abfall wie Baumstämme, Bauschutt, Äste und Bauholz würden getrennt gelagert und verwertet, zum Beispiel mit einem Häcksler. „In den Wohngebieten sind einige Einfahrten neu gepflastert und Häuser neu verputzt.“

Erst seit Kurzem gibt es in Schuld wieder Trinkwasser aus Leitungen, so der Großalmeröder Bürgermeister. Das Technische Hilfswerk ersetzt eine historische Brücke durch eine Spannbetonbrücke, um einen möglichst hohen Durchfluss bei Hochwasser zu gewährleisten. „Aktuell ist der dadurch abgeschnittene Ortsteil nur über eine provisorisch für den Autoverkehr hergerichtete Eisenbahnbrücke erreichbar.“ Für die Wiederherstellung zerstörter Straßen werde es eine öffentliche Ausschreibung geben.

Neue Bauplätze müssen her

Wegen des Hochwassers wurden Überschwemmungsgebiete neu festgesetzt, erfuhr die Delegation aus Großalmerode. „Bereits abgerissene Häuser nahe der Ahr dürfen nicht an der gleichen Stelle aufgebaut werden“, sagt Thomsen. Die Gemeinde Schuld habe aber einige Bauplätze, auf denen die Betroffenen neue Häuser bauen können. Ein Problem sei das auch für das Dorfgemeinschaftshaus. „Es wurde vor drei Jahren mit mehr als 10.000 Arbeitsstunden von Ehrenamtlichen auf den aktuellen Stand gebracht.“ Direkt an der Ahr dürfe es nicht wieder errichtet werden – ein neuer Standort werde gesucht. „An der Kirche befindet sich das Hilfszentrum, wo Getränke und Essen für Helfer ausgegeben werden“, sagt Thomsen. Auch einen Bürgerinformationscontainer, wo eine Mitarbeiterin Betroffenen bei der Antragstellung hilft, gebe es dort. Der Grund: „Rheinland-Pfalz gibt einen Zuschuss von 80 Prozent, falls die Versicherung nicht zahlt.“

„Trotzdem lassen sich die Menschen in Schuld ihre Freude nicht nehmen“, sagt Thomsen. Es fände ein Martinsumzug statt und auch einen Weihnachtsmarkt soll es geben. (Fabian Becker)

Auch Helfer des THW aus Großalmerode waren nach der Flut in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Ihren Bericht lesen Sie hier.

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