Grundsteuer B: Bis 25 Prozent Erhöhung möglich

Stadt kümmert sich weiter um Dorfgemeinschaftshäuser

Laudenbach. Das Großalmeröder Parlament hat sich einmütig festgelegt: Lieber die Grundsteuer B erhöhen, als die Bürgerhäuser an Trägervereine übergeben.

Die Stadt Großalmerode will sich auch weiterhin selbst um die Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) in den Ortsteilen kümmern, obgleich deren Unterhalt den städtischen Haushalt beträchtlich belastet. Diese Richtung gaben die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Bürgerhaus von Laudenbach vor. Sie votierten bei zwei Enthaltung einmütig für diese Variante.

Als Alternative stand zur Debatte, zusammen mit den Ortsbeiräten in allen Stadtteilen Trägervereine zu finden, die die Einrichtungen künftig betreiben, so wie dies beispielsweise in den Städten Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen gehandhabt wird. Auch eine Schließung zum 1. Januar 2017 für den Fall, dass man keinen Übernehmer findet, war dabei in Erwägung gezogen worden.

Um die Sicherung des Haushalts nun trotzdem zu erreichen, nehmen die Stadtverordneten in Kauf, dass die Grundsteuer B womöglich um 25 Prozentpunkte angehoben werden muss.

Vereinbart ist, dass beim Unterhalt der DGH 50 000 Euro pro Jahr weniger ausgegeben werden. Im aktuellen Haushalt ist ein Defizit von 192 500 Euro ausgewiesen. Müsste dieser Fehlbetrag komplett gedeckt werden, wäre rechnerisch eine Steigerung der Grundsteuer B um 95 Punkte erforderlich.

Schon in der Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung war man sich einig, dass die Gemeinschaftshäuser als sozialer Mittelpunkt in den Dörfern erachtet und für unverzichtbar gehalten werden, was auch für den Rathaussaal in der Kernstadt gilt.

Man wolle diese öffentliche Aufgabe nicht auf das Ehrenamt übertragen, zumal dann zumeist nur Bürger damit belastet würden, die sich schon jetzt für die Gemeinschaft engagierten. Da müsse die Stadt und die Gemeinschaft der Bürger mithelfen, unterstrich für die SPD-Fraktion Magnus Alt.

Auch CDU-Sprecher Volker Pforr will die Solidarität aller Bürger einfordern. Trägervereine zu finden, halte man in der heutigen Zeit für „ganz schwierig“.

Um das Defizit zu senken, soll noch über moderate Erhöhungen der Nutzungsgebühren und das Begrenzen der Arbeitsstunden des Bauhofes für die DGH nachgedacht werden, regte Magnus Alt noch an.

Uwe Range von der Wählergemeinschaft (WG) drängte zudem darauf, trotzdem mittelfristig über Konzepte in Richtung ehrenamtlicher Trägerschaft nachzudenken.

Bei dieser Lösung, sagte SPD-Stadtverordneter Jürgen Stache, „gehen in den Dörfern für die Vereine die Lichter aus“.

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