Grundstück „In den Steinen 9“

Großalmerode will Fördermittel für Beseitigung von Schutthaufen beantragen

Nur noch Brocken und Krümel: Von dem Haus „In den Steinen 9“ in Großalmerode ist nur ein Schutthaufen übrig geblieben, nachdem das marode Gebäude im Auftrag des Kreisbauamts aus Sicherheitsgründen abgerissen wurde. Foto: Demmer

Großalmerode. Für den Schutthaufen auf dem Grundstück „In den Steinen 9“ gibt es wieder Hoffnung: Die Stadt Großalmerode wird sich beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung um Fördermittel bewerben - für die Beseitigung des Schutts und den Umbau des Areals in einen barrierefrei zugänglichen Platz, möglicherweise sogar mit einer Elektro-Tankstelle.

Laut Bürgermeister Andreas Nickel (SPD) könnte die Stadt aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ Fördermittel in Höhe von 65 Prozent erhalten. Die Verwaltung schätzt, dass das Projekt insgesamt rund 140.000 Euro kosten könnte. Wie Nickel in der jüngsten Parlamentssitzung noch einmal zusammenfasste, war das Gebäude seit fast 20 Jahren unbewohnt und verwahrlost. Vor zwei Jahren fiel ein Teil des Giebels an einem Nebengebäude auf die Hallen des Nachbarn. Um weitere Schäden zu verhindern, hat das Kreisbauamt eine sogenannte Ersatzvornahme veranlasst, weil der Eigentümer nicht auf Anfragen reagierte: Das Gebäude wurde aus Sicherheitsgründen abgerissen.

Weil die Ersatzvornahme allerdings nicht die Entsorgung des Schutts vorsieht, türmen sich auf dem Areal immer noch Holz und Mauerteile - und zwar ohne Schutz vor Regen und Schnee. Möglich ist, dass dabei Schadstoffe in den Boden ausgewaschen werden. Außerdem weiß niemand, welche möglicherweise gefährlichen Materialien in dem Haus gelagert werden. Mit dem Kreisbauamt gebe es derzeit Unstimmigkeiten, so Nickel. Die Nachbarn hätten angemahnt, dass der Schutt wenigstens soweit beiseite geschoben werden müsse, dass sie ihre Giebelwände sichern könnten. Ob beim Abriss alles ordnungsgemäß zugegangen ist, konnte Nickel in der Sitzung nicht sagen. Er betonte aber, dass die Stadt eine Anzeige gegen den Landkreis wegen des ungeschützt daliegenden Schutts erst als letztes Mittel in Erwägung ziehe.

Die Stadtverordneten unterstützten die Vorschläge der Verwaltung. Volker Pforr (CDU) lobte, dass die Stadt dann die Gestaltung selbst in der Hand hätte. Gert Röse (SPD) und Lothar Burhenn (Wählergemeinschaft) mahnten aber an, dass man keinen Anreiz für andere Hausbesitzer schaffen dürfe, ihre Schrottimmobilien auf Kosten der Allgemeinheit entsorgen zu lassen. Uwe Range (WG) sprach sich dafür aus, aus Gründen des Umweltschutzes nicht mit einer Anzeige gegen den Kreis zu warten und äußerte die Befürchtung, dass die Stadt auf den Kosten für Schuttentsorgung und Umgestaltung sitzenbleiben könne. Oliver Bolte (SPD) hofft, dass das durch die beantragten Fördermittel verhindert werden könnte.

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