Großalmerode will mehr Zuwachs

Stadtparlament beschließt, einen Familienbeirat zu gründen

Wie soll sich Großalmerode weiter entwickeln? Das Parlament hat dazu strategische Oberziele für 2021 beschlossen.
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Wie soll sich Großalmerode weiter entwickeln? Das Parlament hat dazu strategische Oberziele für 2021 beschlossen.  

Trotz 14 Punkten auf der Tagesordnung konnten die Stadtverordneten bereits nach anderthalb Stunden ihre Sitzung am Donnerstag im Rathaussaal von Großalmerode beenden, denn in vielen Punkten war man sich einig.

Ein einziger Punkt mit Gegenstimmen an dem Abend war die Abstimmung über die strategischen Oberziele für 2021: Der Antrag wurde mit einer Enthaltung und zwei Nein-Stimmen angenommen.

Ganz oben auf der Ziele-Liste haben sich die Parlamentarier einen Bevölkerungszuwachs von 0,5 Prozent pro Jahr ab 2020 geschrieben. Weiter planen sie, über den Haushaltsausgleich ab 2023 einen Überschuss von 100 000 Euro zur außerordentlichen Schuldentilgung zu erwirtschaften. Dazu sagte Steffen Prauß von der SPD, dass die Ziele während der Pandemie sehr ambitioniert wären. Er befürchtet, dass die Gebühren für die Bürger erhöht werden könnten, um die Finanzziele zu erreichen. Alexander Meywirth von der Wählergemeinschaft erklärte dazu, dass die strategischen Ziele regelmäßig überarbeitet werden und es müßig sei, jetzt zu diskutieren, was in zwei Jahren sein könnte.

Er betonte zudem, dass das Ziel nicht dazu da sein, Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern um die Schulden der Stadt etwas schneller abzutragen. Die Zahl der ungenutzten Gebäude in Großalmerode soll jährlich verringert werden, auch das ist ein strategisches Oberziel für 2021. Dazu stimmten die Stadtverordneten dem Antrag für das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren in kleinen Städten und Gemeinden in Hessen“ zu. Mit diesem Flächenförderprogramm hofft Bürgermeister Finn Thomsen dem Leerstand in der Südstadt im Bereich Steinweg, In den Steinen, Friedhofsweg, Bornhof und Scheidquelle entgegenwirken zu können, wie er sagte. Als vierten Punkt auf der Liste der strategischen Ziele soll die Bürgerzufriedenheit erhöht werden, indem zum Beispiel Kinderbetreuungsplätze ausgebaut werden.

Großalmerode will familienfreundlich sein, das Betreuungsverbot in den Kindergärten wegen der Corona-Pandemie wirkte dem entgegen. „Die letzten Monate waren eine Qual“, schilderte Thomsen die Situation der Familien, die ohne Kinderbetreuung Beruf und Familie unter einen Hut bringen mussten.

Die Stadtverordnetenversammlung stimmte über die Kindergartengebühren für April und Mai ab und beschloss einstimmig, diese zu erlassen, wenn keine Notbetreuung in Anspruch genommen wurde. Die Gebühren wurden zunächst ausgesetzt, mit dem Beschluss haben die Eltern nun Rechtssicherheit.

Mit der Verordnung von Anfang Juli dürfen nun zwar wieder alle Kinder die Kita besuchen, dennoch müssen Auflagen eingehalten werden. Aufgrund von räumlicher Begrenzung und personeller Kapazitäten gibt es nun verschiedene Modelle zur Kinderbetreuung, die anteilig abgerechnet werden sollen. Dem Antrag dafür stimmten die Abgeordneten zu. Im Bereich Jugend, Familie und Soziales will das Parlament für 2021 Anreize für mehr Bürgerengagement schaffen.

Passend zu diesem Ziel haben die Stadtverordneten am Donnerstag der Einrichtung eines Familienbeirates zugestimmt. Mit einer Änderung der Satzung des Familienbeiratsparagrafen stellten sie sicher, dass auch Eltern, deren Kinder die Schulen in Hundelshausen und Walburg besuchen, sich als Vertreter der Grundschule engagieren können. 

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