Entsorgung kostete 1500 Euro

Unbekannte werfen Unmengen Müll neben Niedergutstraße in Großalmerode

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Bei Umweltfrevlern beliebte Entsorgungsstelle: Unbekannte haben bereits mehrfach Müll das Gefälle zwischen Niedergutstraße und Gelster hinunter geworfen. 

Großalmerode. „Es ist ein Kampf gegen Windmühlen“:  Großalmerodes Amtsleiter Matthias Gude ist frustriert. Ein Jahr, nachdem Schüler der Valentin-Traudt-Schule den Hang an der Niedergutstraße vom Müll befreit haben, lagen dort jetzt erneut gut 20 Müllsäcke.

Zwischen 1500 und 2000 Euro hat die Stadt für die Entsorgung der 860 Kilogramm Müll zahlen müssen. Sechs Mitarbeiter der Stadt waren zwei Stunden damit beschäftigt, den Müll, der als Hängerladung dort abgeladen worden sein muss, einzusammeln. „Das wurde von Steuergeldern finanziert, es ist also die ganze Allgemeinheit, die dafür aufkommen musste“, macht Großalmerodes Bürgermeister Andreas Nickel deutlich. „Wir würden lieber etwas anderes mit dem Geld machen als es dafür verwenden zu müssen.“

Nickel weist darauf hin, dass es in Deutschland Entsorgungswege gebe, über die weder Allgemeinheit noch Umwelt in Übermaßen belastet würden.

Aufgrund der steilen Hanglage waren die Säcke bis zu 20 Meter hinunter zum Bach gerollt und dabei teilweise aufgerissen, wodurch der Müll überall verteilt wurde. „Wir haben sehr gründlich gesammelt, es gibt aber keine Garantie, dass wir alles erwischt haben“, sagt Gude.

Neben unzähligen kleineren Entsorgungen hätten die Mitarbeiter der Stadt jährlich circa drei Einsätze dieser Größenordnung. „Wir versuchen, die Missstände zeitnah zu beseitigen, denn wenn einmal etwas liegt, kommt schnell weiterer Müll dazu“, sagt Gude. „Ganz nach dem Motto, wo 20 Säcke liegen, fällt der 21 nicht mehr auf, kamen in diesem Fall schnell zu den blauen auch gelbe Säcke hinzu“, ergänzt Nickel. 

Er habe schon in vielen Orten Deutschlands gewohnt und noch nie habe er so wenig Müllgebühren bezahlt wie hier. Wenn man den Müll vorschriftsmäßig trenne, müsse man nur noch für den Restmüll zahlen. „Dass man Flaschen und Folie in gelbe Säcke steckt und illegal entsorgt, verstehe ich nicht – die Entsorgung kostet doch im Einzelnen nichts!“ 

Da nun Flaschen, Folie und Kleinmöbel mit Tapeten, Leisten und Teppich vermischt waren, fiel bei der Entsorgung auf der Deponie die teuerste Müllklasse an: 400 Euro hat die Stadt allein dafür bezahlt. Man habe die Gelegenheit gleich dafür genutzt, um im Müll auf Anzeichen des Verursachers zu suchen, allerdings ohne Erfolg. Denn die illegale Müllentsorgung ist strafbar und wird mit einem Bußgeld geahndet. „Das Bewusstsein ist über die Jahre besser geworden, die Natur hat an Wertung gewonnen, nur die Ausreißer machen uns Probleme“, sagt Nickel. 

Deren Bewusstsein zu korrigieren, sei schwer, da sie weder nach links noch nach rechts schauen. Daher habe man jetzt ein Auge auf die bei Umweltfrevlern beliebten Entsorgungsstellen. „Es ist uns bewusst, dass nur dauerndes Beobachten Prävention schafft.“

Was die Schüler der Valentin-Traudt-Schule, die den Hang gesäubert haben, sagen, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA.

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