Unfreiwillige Wehrführer in Großalmerode: Bolte und von Drach ziehen erste Bilanz

Seit April an der Spitze der Großalmeröder Feuerwehr: Oliver Bolte (links) und Sven von Drach wurden im Frühling von der Stadt Großalmerode mit der Wehrführung beauftragt. Foto:  Skupio

Großalmerode. Es war die letzte Möglichkeit, die bestand, sollte aber laut Sven von Drach und Oliver Bolte keine Schule machen: Seit April sind die beiden von der Stadt Großalmerode - zunächst für ein Jahr - als Wehrführer und Stellvertreter eingesetzt.

Nachdem die Wehr fast ein Jahr lang ohne Führung war, da sich niemand zur Wahl stellen wollte, wurde dieser Schritt notwendig.

„Alle wissen, wie viel Arbeit dranhängt, und unterstützen uns“, sagt von Drach, der neben seiner Funktion als Wehrführer noch den Vorsitz des Feuerwehrvereins innehat und zudem für die Gemeinde verantwortlich ist für Digitalfunk und die Verwaltungssoftware der Feuerwehr namens Florix. „Und Papa ist ja auch noch ein Job“, fügt von Drach bei der Aufzählung seiner Ämter und Funktionen hinzu. Spontan ist er arbeitsbedingt auch mal drei Tage am Stück in Süddeutschland unterwegs, wodurch eventuell Dienste umgeplant werden müssen. „Optimal ist es nicht, aber wir halten das Rad am Laufen.“

Auch politisch aktiv

Sein Stellvertreter ist nicht minder ausgelastet: Bolte ist zudem Kreisbrandmeister, stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrvereins Laudenbach, Stadtverordneter, sitzt außerdem im Haupt- und Finanzausschuss und ist im Ortsbeirat Laudenbach aktiv. Zusätzlich ist er als Kreisausbilder für die Organisation und Abnahme von Lehrgängen zuständig. „Das ist das Problem, wenn man mehrere Ämter hat: Man muss Aufgaben abgeben und darf sich dann nicht zu sehr ärgern, wenn es dann vielleicht nicht so richtig klappt“, sagt der Laudenbächer, auf den die Stadt Großalmerode über die Software Florix aufmerksam wurde - denn diese zeigt, wer welche Ausbildung hat.

Lange Ausbildungszeit

Damit geht es den beiden nicht anders, als vielen der 26 Aktiven in der Einsatzabteilung. „Viele arbeiten in Schicht oder sind als Soldaten unter der Woche nicht zuhause, mehr als 14 auf einem Haufen zu treffen, wird schon schwierig“, sagt von Drach. Optimal wäre das Doppelte an Aktiven für eine Stadt wie Großalmerode. „Man bildet die Leute acht Jahre lang aus, dann kommen sie in die Einsatzabteilung und beginnen eine Ausbildung und man sieht sie jahrelang nicht mehr“, sagt Bolte, dem als Kommunalpolitiker viel daran gelegen ist, dass die Spitze der Feuerwehr künftig wieder demokratisch gewählt wird. Da die für das Amt eines Wehrführers notwendigen Lehrgänge insgesamt mehr als vier Jahre dauern und aktuell niemand in Sicht ist, der diesen Weg einschlagen möchte, momentan eher ein frommer Wunsch. „Der Blick in die Zukunft ist nicht der positivste, es wird keine leichte Aufgabe, die Feuerwehr schlagkräftig zu halten, aber es macht Spaß“, sind sich beide jedoch einig. (gsk)

Kontakt: Die Feuerwehr freut sich über neue Mitglieder. Interessierte kommen einfach donnerstags um 19 Uhr zum Feuerwehrgerätehaus, Niedergutstraße 19.

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