Hessen Mobil beruft sich auf Sicherheitsbestimmungen

Vollsperrung in Trubenhausen: Pendler beschweren sich

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Ausgeschildert: Die Umleitungsschilder zwischen Großalmerode und Witzenhausen stehen seit Dienstag.

Trubenhausen. Zahlreiche Beschwerden von Pendlern sind wegen der Vollsperrung in Trubenhausen laut geworden, die gestern begonnen hat.

Dabei kam auch die Frage auf, warum die Arbeiten nicht unter halbseitiger Sperrung erfolgen können.

Hessen Mobil beruft sich diesbezüglich auf die Sicherheitsbestimmungen für Straßenbaustellen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. „Unter anderem erhöht sich dadurch das Anforderungsprofil für Arbeitsbreiten, wenn unter Verkehr gearbeitet werden soll“, schreibt Annette Kümpel von Hessen Mobil. Insbesondere dem Schutz der Arbeiter werde hiermit Rechnung getragen.

Neun Meter wären nötig 

Die Mindestbreite bei einstreifiger Verkehrsführung je Fahrtrichtung beträgt drei Meter - in Ausnahmefällen sind 2,75 Meter möglich. Hinzu kommen Sicherheitsbereiche neben der Baustelle. Insgesamt werde so eine Mindestbreite von neun Metern vorausgesetzt. In der Ortsdurchfahrt Trubenhausen, die zuletzt in den 90er-Jahren saniert wurde, seien laut Kümpel aber nur 5,90 Meter vorhanden. „Arbeitsstättenregeln sind nicht verhandelbar. Hessen Mobil ist verpflichtet, die Anforderungen zu erfüllen.“

Die kritisierten fehlenden Umleitungsschilder wurden im Lauf des Dienstags aufgestellt. Auf die Frage von Pendlern, warum die Arbeiten nicht zeitgleich mit der Baustelle vor Großalmerode in den Sommerferien erfolgen konnten, schreibt Hessen Mobil: „Das hätte zu längeren Umleitungsstrecken vor allem für Rettungsfahrzeuge geführt“, deren Erreichbarkeit bei der Verkehrsführung zu beachten sei.

Bezüglich des Zeitpunkts der Bauarbeiten weist die Behörde darauf hin, dass sie das Wetter weder vorhersehen noch beeinflussen kann. „Wir gehen von einer Einhaltung der Bauzeiten aus.“ Die Deckschicht könne bis zu Temperaturen von fünf Grad eingebaut werden.

Dass die Anwohner über das Bauvorhaben in Form von Projektschild sowie Pressemitteilung erst wenige Tage vorher informiert werden, sei üblich, sagt Kümpel. „Bevor die Firma nicht sagt, wann genau sie mit den Arbeiten beginnt, können wir niemanden informieren.“ Die Projektschilder, die erst seit Kurzem aufgestellt werden, um auch Bürger zu erreichen, die nicht die regionale Zeitung lesen, seien bereits eine Verbesserung.

Generell würden alle Bauvorhaben zu Beginn eines jeden Jahres vorgestellt. Eine Erinnerung an eine bevorstehende Straßensanierung in Form einer Vorankündigung wenige Wochen vorher gebe es nicht. „Bei der Vielzahl an Projekten, die wir haben, geht das über das Leistbare hinaus“, sagt Kümpel. Zudem sei es besser, mit gesicherten Daten an die Öffentlichkeit zu gehen, anstatt mit Daten, die sich noch verschieben könnten und dadurch eher für Verwirrung sorgten.

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