Ein gefährliches Feuer

Verbrennen von Grünabfällen ist oft illegal

Großalmerode. Im Frühjahr und Herbst kommt es immer wieder vor: Der Nachbar verbrennt seine pflanzlichen Gartenabfälle – und ganze Ortsteile werden „eingenebelt“.

„Dabei ist das Verbrennen von Grünabfällen nur im Ausnahmefall erlaubt, und dann nur unter strengen Auflagen und Bedingungen“, gibt die Freiwillige Feuerwehr Großalmerode bekannt – im schlimmsten Fall droht die Kostenübernahme für den Einsatz. Wir fassen die Regeln zusammen:

Warum darf man Grünabfälle nicht verbrennen?

Es sollte nicht nur den Nachbarn zuliebe auf das Verbrennen verzichtet werden, sondern auch zum Schutz der Tier- und der Umwelt, so die Feuerwehr Großalmerode. Garten- und Landwirtschaftliche Abfälle sollten am besten verwertet werden: Man kann die Grünabfälle verrotten lassen, indem man sie liegen lässt, untergräbt, unterpflügt oder auf dem eigenen Grundstück kompostiert. Das sei ökologisch sinnvoller, so Matthias Gude vom Ordnungsamt Großalmerode. Gartenabfälle können auch am Kompostplatz abgegeben werden.

In welchen Fällen ist das Verbrennen zulässig?

Das Verbrennen von landwirtschaftlichen Abfällen und Gartenabfällen ist nur unter sehr strengen Voraussetzungen zulässig. Das ist in der Verordnung über die Beseitigung von pflanzlichen Abfällen außerhalb von Abfallbeseitigungsanlagen festgehalten. Im innerörtlichen Bereich ist das Verbrennen grundsätzlich verboten, berichtet Gude.

Außerorts dürfen pflanzliche Abfälle nur verbrannt werden, wenn sie auf dem betreffenden Grundstück anfallen und sie dem Boden aus landbautechnischen Gründen oder wegen ihrer Beschaffenheit nicht zugeführt werden können.

Was ist zu beachten, wenn man Gartenabfälle verbrennt?

In dem Fall sind laut Feuerwehr Großalmerode wichtige Regeln zu beachten: Die Abfälle dürfen nur unter ständiger Aufsicht und Kontrolle verbrannt werden, möglichst gegen den Wind. Außerdem gibt es zeitliche Begrenzungen: nur bei trockenem Wetter montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr. Die Abfälle müssen so trocken sein, dass sie unter geringer Rauchentwicklung verbrennen, sagt Gude.

Zum Entfachen des Feuers dürfen keine zusätzlichen Stoffe verwendet werden, die eine Personen gefährden könnten oder zu starker Rauch- und Geruchsbelästigung führen. Wenn Wind aufkommt oder aus anderen Gründen starker Rauch entsteht, ist das Feuer zu löschen. Bevor man die Abbrandstelle verlässt, ist sicherzustellen, dass Feuer und Glut erloschen sind. Die Verbrennungsrückstände sollten direkt in den Boden eingearbeitet werden.

Muss man das Verbrennen solcher Gartenabfälle anmelden?

Das Verbrennen von großen Mengen pflanzlicher Abfälle ist der Ordnungsbehörde mindestens zwei Werktage vor Beginn mitzuteilen. Das gilt auch für Stroh auf abgeernteten Getreidefeldern. Die Anzeige muss die Lage und Größe des Grundstücks, auf dem die Abfälle verbrannt werden sollen, enthalten, die Art und Menge des Abfalls sowie die Namen, das Alter und die Anschriften der Aufsichtspersonen. Die Anzeige wird vom Ordnungsamt der Stadt Großalmerode entgegengenommen.

Was für eine Strafe droht, wenn man die Regeln nicht einhält?

Verstöße gegen die Bestimmungen und auch das Nichtanzeigen einer Verbrennung sind laut Feuerwehr Großalmerode ordnungswidrig und können mit einem Bußgeld geahndet werden. Darüber hinaus muss der Betroffene eventuell auch für die Kosten eines Feuerwehreinsatzes aufkommen, so Gude.

„Wir möchten dringend darum bitten, dass die geltenden Regeln und Vorschriften, die es hierzu in Deutschland gibt, beachtet werden“, schreibt die Freiwillige Feuerwehr Großalmerode auf ihrer Facebook-Seite. Wer bemerkt, dass jemand Gartenabfälle mit starker Rauchentwicklung verbrennt, sollte laut Gude die Polizei oder das zuständige Ordnungsamt darüber informieren.

Rubriklistenbild: © Markus Boese, Feuerwehr Gilserberg

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