Vielfalt mit vier Bands beim Epteröder Hüttenabend

„Wir über uns“: Simone Reimer (links), Nadine Putlitz und Markus Reimer am Schlagzeug punkteten mit bekannten Hits und neuen Stücken. Foto: Demmer

Epterode. Viel gute Musik für kleines Geld gab es am Samstag in der Epteröder Exberghütte. Drei Stunden lang boten vier Bands den 80 Besuchern für drei Euro Klänge für jeden Geschmack.

Gerade einmal zwei Barhocker, Gitarren und Mikrofone benötigten Nora Islei und Frank Bindbeutel für einen gelungenen Auftakt mit Cover-Versionen bekannter Blues- und Rockstücke. Vor allem der Kontrast zwischen Isleis klarer, jugendlicher Stimme und der dunklen, leicht rauchigen Intonation von Bindbeutel sorgte für einen unverwechselbaren Klang, der direkt ins Ohr ging. Besonders beeindruckten die beiden mit dem „Police“-Klassiker „Roxanne“, dem sie als Duo eine ganz neue Note verliehen. Angesichts der guten Harmonie ist es kaum vorstellbar, dass beide erst seit Juli 2015 miteinander musizieren. Vielleicht gibt es ja bei längerem gemeinsamem Schaffen weitere Eigenkreationen wie Isleis „Cavalier“.

„Wir sind ein bisschen wilder“, verkündete Dominik Pooske von der Band „Bad G8way“ gleich zu Anfang ihres Auftritts. Direkt merkte man, dass sie ihre Wurzeln im klassischen Punk-Rock hat, so druckvoll unterstrichen Martin Luh am Bass und Julia Pooske hinter dem Schlagzeug Dominik Pooskes Gitarrenspiel und Gesang. Neben Covern wie „Throw Down“ von Tanisious D punktete die Band vor allem mit selbst geschriebenen Liedern, bei denen - ganz im Sinne des Punk - Politisches nicht fehlen durfte. So war das Stück „When the bombs fall“ aktueller denn je. Für Julia Pooske war das Konzert gleichzeitig ein Abschied von der Band. Als Überraschungs-Zugabe bewies sie, warum sie künftig zu Recht die Schlagzeugstöcke gegen das Mikrofon tauschen und singen wird.

Von Punk zu französischen Chansons mit akustischer Gitarrenbegleitung zu wechseln, war gewagt. Dass es trotzdem klappte, lag vor allem an der Interpretin „milistu“. Die Halbfranzösin legte ihre ganze Mimik und Gestik in ihre selbst verfassten Lieder rund um Liebe, Leid und Trauer, die sie mit rauchiger, an Mylene Farmer erinnernder Stimme vortrug.

Der Abschluss gehörte den Lokalmatadoren und Organisatoren des Abends, „Wir über uns“. Die Sängerinnen und Gitarristinnen Simone Reimer und Nadine Putlitz sowie Markus Reimer am Schlagzeug zeigten, warum sie seit Jahren zu den musikalischen Größen der Tonstadt gehören. Harmonisch aufeinander eingespielt, boten sie neben bekannten Stücken auch das neueste Werk „Schwer zu versteh‘n“ aus Simone Reimers Feder - eine gelungene Ballade um den Abschied von einem geliebten Menschen. Immer wieder schön waren Putlitz‘ Einlagen an der Melodika, die man in wenigen Soft-Rock-Bands hören dürfte.

Fazit: „Wir über uns“ hatte einen stimmigen Winterabend organisiert - bitte mehr davon. (znd)

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