Wanderausstellung von Duckefett bis Üller

Spielen wie in den 50er-Jahren: Leonie Noll (7) aus Großalmerode sitzt an einem Küchentisch mit Spüleinsätzen und strickt mit der Strickliesel aus dieser Zeit. Auf dem Tisch steht ein Radio und eine Packung des Muckefucks von der Firma Linde. An der Wand hängen Ski, die ein Faßbauer gefertigt hat. Rechts Ute Harder, Vorsitzende des Geschichtsvereins Großalmerode. Foto: Scheunert

Großalmerode. Die Wanderausstellung des Museumsverbundes Werra-Meißner „Wir in den 50ern, leben an Werra und Meißner" mit der ersten von neun Stationen im Kreisgebiet, im Glas- und Keramikmuseum Großalmerode, ist bisher ein voller Erfolg.

Zusätzlich zu den auf fünf Tafeln dargestellten Themen vom Kriegsende und Wiederaufbau über das Wirtschaftswunder bis zum Grenzland hat der Geschichtsverein Großalmerode eine Sonderausstellung unter dem Motto „Wie war es damals, Schüler zu sein?“ auf die Beine gestellt.

Anhand vieler Exponate und Fotos der 50er-Jahre können die Besucher sich ein umfassendes Bild über diese Zeit in der Schule machen. Von der berühmten Schiefertafel, die in den ersten Jahren mit dem Griffel zum Schreiben genutzt wurde, über das Geschirr für die Schulspeisung, die Schulmappe und Spielzeug wird alles gezeigt. Abgerundet wird die Sonderausstellung mit vielen Fotos, die die Besucher zur Diskussion anregen.

Am Sonntag wurden bis 14 Uhr bereits mehr als 100 Besucher registriert. Die Vorsitzende des Geschichtsverein, Ute Harder, die mit ihrem Team für die Ausstellung verantwortlich ist, hat auch die Speisekarte und die Kaffeetafel auf die 50er Jahre ausgerichtet. Das Angebot reichte vom „Duckefett“, einer Sauce aus Speck, Zwiebeln und Schmand mit Kartoffeln und saurer Gurke, über Nudeln mit Krumen und Buttercremetorte, den berühmten Frankfurter Kranz, bis hin zum Drickisenkuchen, eine Waffel, die auf dem offenen Herdfeuer gebacken wird. Selbst der in dieser Zeit bekannte Muckefuck, ein Kaffeeersatz aus Getreide, fehlt nicht.

Auch die für Großalmerode bekannten „Üller“, eine Murmel oder Klicker aus Ton, wird gezeigt, die Kinder nutzten sie zum spielen im Museumsgarten. Die Jugendband des Musikzuges aus Großalmerode begleitete die Ausstellung mit flotter Musik. Ein Foto aus 1952 fällt besonders ins Auge, es zeigt etwa 40 katholische Mädels, ganz in weiß gekleidet, die ihre Erstkommunion in Ermangelung einer katholischen Kirche in Großalmerode in der evangelischen Kirche feiern durften, eine großzügige Geste, die in dieser Zeit nicht immer üblich war.

Die Ausstellung ist noch am 19. und 26. Juni jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet, dann wandert sie nach Schemmern und endet am 6. November in Sontra.

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