Die Schüler wechseln sich ab

WC-Dienst an Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode funktioniert gut

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Kontrollliste: Leonie Lack (13) besucht die achte Klasse der Valentin-Traudt-Schule und zeigt, wie der WC-Dienst dort funktioniert.

Großalmerode. Schultoiletten gehören in der Regel nicht zu den beliebtesten Orten: Oftmals sind sie verdreckt und riechen unangenehm. Nicht so an der Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode.

Seit einigen Jahren sind die Schüler für WC- und Flurdienst eingeteilt, verschmutzte Toiletten oder Vandalismus dadurch eine Seltenheit. Eine Woche lang sind die Schüler einer Klasse abwechselnd für die Dienste eingeteilt, ein entsprechendes Schild hängt für den Zeitraum an der Klassentür. Dreimal täglich - während der kleinen und großen Pause und nach der sechsten Stunde - kontrollieren die Schüler Toiletten und Flur. Auf entsprechenden Kontrollzetteln, die in der Toilette hängen, tragen sie sich ein. „Es ist jedoch nicht schlimm, wenn das mal vergessen wird, die Präsenz zählt viel mehr als die Dokumentation“, sagt der stellvertretende Schulleiter Christoph Matt. Generell setze die Schule seit Jahren darauf, Verantwortung an Schüler weiterzugeben.

Dabei spielt auch die Einteilung der Unterrichtstrakte eine entscheidende Rolle: Sie sind nach Jahrgängen belegt: Die Fünft- und Sechstklässler sind in einem Trakt, die Siebt- und Achtklässler in einem anderen und die Neunt- und Zehntklässler in einem weiteren. Das schaffe eine gewisse Verbindlichkeit, so dass die Schüler auf „ihre“ Toiletten mehr achten würden, erklärt Matt.

Fällt den WC-Dienst habenden Schülern ein Missstand auf, informieren sie den Hausmeister. Dabei handele es sich jedoch sehr selten um verdreckte Klos. Eher komme es vor, dass Schüler ganze Klopapierrollen ins Klo geworfen hätten. In solchen Fällen würden die Toiletten dann abgeschlossen, um eine Bewusstmachung des falschen Handelns herbeizuführen.

„Wir prüfen natürlich auch, ob wir die Schüler, die etwas an der Einrichtung kaputt gemacht haben, in Haftung nehmen können“, sagt Matt. Man wolle den jungen Leuten die Möglichkeit geben, den Schaden zu begleichen. Schließlich gebe es eine Verpflichtung gegenüber dem Schuleigentum. Sei dies finanziell nicht möglich, würden die jeweiligen Schüler Sozialstunden leisten. „Wir sehen das nicht als Sanktion, sondern als Wiedergutmachung.“

Man wisse, dass die Schüler weder Reinigungskräfte noch Polizisten seien, so wolle man sie auch nicht einsetzen, aber eine gewisse Wahrnehmung schaffen, sagt Matt. Denn auch das Reinigungspersonal habe nicht die Zeit, um täglich durch alle Räume zu gehen.

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