"Das war kein Zufall"

Windkraft im Kaufunger Wald: Sabotage am Messmast entfacht alte Kämpfe

Schlafender Riese auf dem Mühlenstein: Am Sonntag fällten Unbekannte den 120-Meter-Messmast des Windenergie-Betreibers HSE. Die Firma will den Schaden schnell beheben. Foto: Schumann

Großalmerode. Ein Stahlriese schläft auf dem Mühlenstein: Seit unbekannte Saboteure am Sonntagabend den Windmess-Mast bei Großalmerode zum Einsturz brachten, ruht dieser verbeult und verkeilt zwischen Fichten und Baumstümpfen. Wer war's? Der Fall sorgt für qualmende Köpfe und böse Anschuldigungen.

Dass der Sturz der 120 Meter hohen Messanlage kein Zufall war, darf angenommen werden: Nach Informationen unserer Zeitung kappten die Täter mehrere stabilisierende Stahlseile an der Anlage und lösten Schrauben, um das Stahlgerüst zu fällen.

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Der Darmstädter Windanlagen-Betreiber HSE kündigte am Donnerstag an, den Schaden so zügig wie möglich zu beheben. Ein Sprecher sagte: „Wir verfolgen das Messprojekt weiter wie bisher“. Sensible Messtechnik wurde bei dem Sturz zerstört, laut Polizei liegt der Schaden bei rund 120.000 Euro - plus bislang unbezifferte Forstschäden.

Im Internet sorgte der Fall binnen 24 Stunden für qualmende Köpfe und heftige Debatten zwischen Windkraftgegner und Befürwortern: Eine Reihe von Lesern glaubt an einen Gewaltakt der Windkraftgegner: „Wenn ich lese, was ihr unter anderem in euren eigenen Foren so von euch lasst, dann traue ich euch alles zu.“ Ein Kommentator antwortet beispielhaft: „Die Gegner tun lediglich das, was ihnen die Befürworter vorgemacht haben, nämlich illegales Handeln!“ Der Mast sammelte Windstärke-Daten im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens für mehrere umstrittene Windräder im Kaufunger Wald. (jsm)

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