Entega weist Kritik zurück

Windrad-Bau: Energieversorger nimmt Stellung zu Vorwürfen

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Baustelle am künftigen Windpark Hausfirste: Unser Bild zeigt die Arbeiten an Windrad 7, das am Wochenende bis auf Gondel und Rotor bereits fertiggestellt war. Auf den öffentlich zugänglichen Bereichen und Wegen zur Baustelle fand unser Reporter keine Ölflecken oder übermäßig viel Müll. Die Baustelle und das Gebiet rund herum wirkte sauber und aufgeräumt. 

Großalmerode. Der Energieversorger Entega (Darmstadt) und das Regierungspräsidium Kassel haben die Kritik der Bürgerinitiative (BI) Pro Hirschberg-Kaufunger Wald zurückgewiesen. 

Dabei ging es um die Zustände auf der Windpark-Baustelle bei Großalmerode. Die BI hatte auf ihrer Internetseite Fotos von Ölflecken und Müll veröffentlicht und den Baufirmen unter anderem vorgeworfen, mit den Lastwagen zu schnell zu fahren (HNA berichtete).

Ölflecken

Dazu nimmt Entega-Sprecher Michael Ortmanns wie folgt Stellung: „Die Entega ist permanent dabei, Schäden an Straßen, Wegen und Banketten auszubessern.“ Die Kohlenstraße und die Bankette würden in Kürze saniert. „Es gibt derzeit keine nachgewiesenen Ölflecken“, schreibt Ortmanns auf Anfrage. „Für den Umgang mit Öl- und Schmierstoffen im Bereich des Windpark-Areals gibt es strikte Anweisungen in der Genehmigung.“ Das heißt: Wenn Fahrzeuge vor Ort betankt werden, müssen Wannen untergelegt werden, davon seien auf der Baustelle genug vorhanden. Alle Unternehmen müssten prüfen und dokumentieren, dass alle Hydraulikschläuche an Baufahrzeugen, Lastwagen und Betonmischern dicht sind. „Sollte während der Arbeiten ein Hydraulikschlauch platzen, verfügt jedes Unternehmen über entsprechende Ausrüstung, um die Ölflecken sofort zu beheben. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit der ökologischen Baubegleitung. Zudem werden Bio-Schmierstoffe eingesetzt, um keinen Schaden entstehen zu lassen“, so Ortmanns.

Müll

Auch den Vorwurf, Arbeiter würden Müll im Wald liegen lassen, weist Ortmanns zurück: Jeder Arbeiter habe die Bestimmungen unterzeichnen müssen. „Sollten Bauarbeiter des Windparks nachweislich Müll im Wald hinterlassen, gäbe es eine Verwarnung für das entsprechende Unternehmen und der Müll müsste entfernt werden.“

Tempo der Lastwagen

Die Fahrer seien angewiesen worden, im Wald nicht schneller als zehn Stundenkilometer zu fahren. Wer schneller führe, müsse mit einem ernsten Gespräch rechnen und würde im Wiederholungsfall von der Baustelle verwiesen.

Kontrollen

Zur Kritik der Bürgerinitiative Pro Hirschberg-Kaufunger Wald, es gebe nicht genug Kontrollen auf der Baustelle schreibt der Sprecher: „Die Ökologische Baubegleitung ist an vier Tagen pro Woche auf der Baustelle präsent. Ein Vertreter der Enercon ist an sechs Tagen pro Woche auf der Baustelle. Alle Beteiligten achten äußerst genau auf die Einhaltung der Bestimmungen.“ (fst)

Das sagt das Regierungspräsidium

Das Regierungspräsidium (RP) Kassel kritisiert das Vorgehen der Bürgerinitiative zu den Zuständen auf der Baustelle für den Windpark im Kaufunger Wald. Die beim RP angesiedelte Obere Naturschutzbehörde muss regelmäßig kontrollieren, ob die Umweltauflagen aus der Baugenehmigung tatsächlich eingehalten werden.

Pressesprecher Michael Conrad stößt beim Vorgehen der BI sauer auf, dass die Initiative unter anderem auf ihrer Internetseite http://kaufunger-wald.de Fotos veröffentlicht hat. Auf diesen Bildern könne man nicht erkennen, wo genau sie gemacht wurden. Die Bilder sollen nach Angaben der BI Ölflecken und Müll an der Windrad-Baustelle im Kaufunger Wald zeigen und aus dem April stammen. Das lasse sich laut Conrad anhand der einzelnen Bilder aber nicht nachprüfen.

Des Weiteren fragt der Pressesprecher: „Wie kann man es mit seinem zur Schau gestellten Verantwortungsgefühl für Natur und Umwelt vereinbaren, von einem mutmaßlichen Umweltdelikt zu wissen und Tage und Wochen ins Land gehen zu lassen, ohne die zuständigen Stellen (Polizei, Umweltbehörde) zu informieren und sich stattdessen mit Vorwürfen gegen die Behörden an die Medien zu wenden?“ Dieses Vorgehen sorge nicht dafür, dass Missstände abgestellt würden, sondern diene in erster Linie dazu, Empörung zu schüren.

Inhaltlich weist Conrad die Vorwürfe ebenso zurück wie die Firma Entega. „Die Umweltbaubegleitung stellt im Rahmen ihrer Vor-Ort-Präsenz erkannte Mängel und Missachtungen in der Regel zeitnah ab“, berichtet Conrad. Auch Behördenvertreter würden regelmäßig die Bauarbeiten kontrollieren. „Die letzte Kontrolle durch das Dezernat Grundwasserschutz, Wasserversorgung, Altlasten, Boden-schutz fand am 4. Mai statt“, sagt Conrad. „Dabei fanden sich keine entsprechenden Hinweise auf Verunreinigungen durch ausgetretene Betriebsstoffe.“ 

Unterwegs rund um die Windradbaustelle im Kaufunger Wald oberhalb von Großalmerode

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