Wie man mit Grüngut Heizöl sparen kann

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Werra-Meißner. Wie kann man Baum- und Gartenschnitt sammeln und verwerten? Auf der Suche nach einer Antwort machte Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann (Grüne) eine Exkursion nach Rheinland-Pfalz.

Im Rhein-Hunsrück-Kreis schaute sich der Vize-Landrat an, wie dort ein solches Grüngutkonzept seit über vier Jahren bereits umgesetzt wird.

Zu der Exkursion hatten er und das Witzenhausen-Institut auch gleich Interessierte aus dem Kreis eingeladen. 35 Vertreter aus Politik und Verwaltung, von kommunalen und privaten Betrieben aus den Bereichen der Grüngutsammlung und -verwertung, von Ingenieurbüros, der Universität Kassel sowie von Bürgerverbänden fuhren schließlich im Bus mit.

RainerWallmann

Zunächst ging es nach Simmern, wo die Rhein-Hunsrück-Entsorgung (rhe) eine von drei Heizzentralen betreibt. Dort wird gesammeltes und aufbereitetes Grüngut in Wärme umgewandelt. Den Erläuterungen von rhe-Abteilungsleiter Günter Hackländer zufolge sind mittlerweile alle Gemeinden des Landkreises an der Grüngutsammlung beteiligt. Dazu wurden 127 bürgernahe Sammelplätze zur kostenfreien Grüngutabgabe eingerichtet, die rund um die Uhr für jedermann zugänglich sind. Das gesammelte Material wird anschließend auf ein zentral gelegenes Deponiegelände gebracht, wo es zerkleinert und zu zwei Fraktionen, einem Brennstoff und einem kompostierfähigen Feinmaterial, aufbereitet wird.

Jede der drei Heizanlagen nutzt den Brennstoff, um die naheliegenden Schulzentren zu beheizen. An eine der Heizanlagen ist auch ein Schwimmbad angeschlossen. So könnten im Jahr bis zu 650 000 Liter Heizöl gespart werden. Dieses Geld verlasse den Landkreis nicht mehr.

Und das Feinmaterial findet bei den Winzern der umliegenden Weinbaugebiete an Mosel, Rhein und Nahe viele Abnehmer. Es wird als Bodenhilfsstoff und Erosionsschutz eingesetzt.

Anschließend begleiteten die Exkursionsteilnehmer bei einem Rundgang durch die Heizanlage Simmern den aufbereiteten Holz-Brennstoff von der Trocknung bis zum Verheizen. Nach einer knappen Begutachtung von einem der 127 Sammelplätze ging es noch zur Grüngutaufbereitung.

Hier könne man an einem gelungenen Beispiel sehen, wie regionale Wertschöpfung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz Hand in Hand zu einer „Win-Win-Situation für den Landkreis und seine Bürger“ beitrügen, kommentierte Vize-Landrat Wallmann. Für ihn seien die Erfahrungen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis „sehr wertvoll, wenn wir bei uns im Werra-Meißner-Kreis ein entsprechendes System planen und umsetzen wollen“. (sff)

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