Die perfekte Schneeunterkunft

Grundausbildung im Iglubau - Tipps aus der Bundeswehr-Fortbildung

Wie bei der Bundeswehr: Hagen und Matthias Reiter bilden unter einer Plane das Herzstück des Iglus.
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Wie bei der Bundeswehr: Hagen und Matthias Reiter bilden unter einer Plane das Herzstück des Iglus.

Wie wird eigentlich ein Iglu gebaut? Wir haben uns da mal umgehört.

Sontra/Rockensüß – Eine Schippe Schnee nach der anderen wird von den fleißigen Kindern geholt und auf Matthias Reiter, den Unternehmer aus Sontra, und seinen Sohn Hagen geschippt. Die beiden hocken am Samstag winterlich warm gekleidet auf dem Hof der Familie in Cornberg-Rockensüß unter einer Plane, umringt von hohen Schneemauern. Warum das Ganze? Hier soll ein Iglu entstehen, wie es auch die Bundeswehr baut.

„Die Kinder gruben einfach Löcher in Schneeberge und ich dachte dabei, dass ich ihnen zeigen muss, wie man ein richtiges Iglu bauen kann“, sagt der 51-jährige ehemalige Soldat. Gelernt hat er den Iglubau als Aufklärer in einem zweiwöchigen Lehrgang bei der Gebirgs- und Winterkampfschule der Bundeswehr.

Experiment steht und fällt mit Temperatur und Schnee-Konsistenz

In Rockensüß wird derweil weiter fleißig Schnee geschippt. Der weitere Plan wäre nun, Wasser über die Mitte des Schneebergs zu gießen, sodass der Schnee gefriert und eine feste Fläche bildet. Dann könnten Vater und Sohn das Iglu aushöhlen und einen Ausgang bauen.

Aber: Das Experiment steht und fällt mit den Temperaturen und der Konsistenz des Schnees. „Ideal ist eine Temperatur von null Grad, wenn der frisch gefallene Schnee schön pappig ist und man ihn rollen kann. Für diese Methode ist es jetzt aber zu kalt und der Schnee zu pulvrig.“ Schließlich geht den Kindern die Kraft aus. Der Zehnjährige wird zuerst aus dem Iglubau gezogen – und ist nicht traurig darüber: Zwar staut sich unter der Plane die Körperwärme, doch der Schnee von unten ist eisig.

Die Methode funktioniert nur, wenn der Schnee pappig genug ist.

Der Iglubau hat nicht geklappt wie geplant. Doch Reiter ist vorbereitet. Aufgrund der Wettervorhersage hatte er am Freitag in etwa einer Stunde ein Iglu angefertigt. Dafür buddelte der 51-Jährige einen Gymnastikball ein und übergoss den Schnee mit Wasser. Anschließend ließ er die Luft aus dem Ball. Das Ergebnis: Mit ein wenig Buddelarbeit ist innen nun Platz für etwa vier Kinder.

Gut schlafen könne man in einem Iglu trotz Isomatte und Schlafsack ohnehin nicht, erinnert sich Reiter an seine Bundeswehr-Zeit. „Es ist mehr ein Dämmerschlaf. Gut, um die Nacht zu überstehen.“ In der Wildnis wird der Eingang zum Iglu bis auf ein Luftloch dichtgemacht. Im Inneren sollte eine Kerze angezündet werden, als Kontrolle, dass auch weiterhin Sauerstoff in das Iglu gelangt.

Matthias Reiter warnt ausdrücklich davor, Kinder unbeaufsichtigt mit oder in einem Iglu spielen zu lassen: „Spielen mit einem Iglu sollte immer unter Aufsicht Erwachsener stattfinden“, so der 51-Jährige.

(Daniel Blöthner)

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