Lange Wartenzeiten für Heizöl

Günstiger Preis sorgt für hohe Nachfrage beim Heizöl im Landkreis

Wer jetzt Heizöl bestellt, muss sich auf lange Lieferzeiten einstellen. (Symbolbild)
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Wer jetzt Heizöl bestellt, muss sich auf lange Lieferzeiten einstellen. (Symbolbild)

Wer aktuell Heizöl bestellen will, muss lange Wartezeiten einplanen, denn die Händler im Werra-Meißner-Kreis kommen mit der Auslieferung kaum hinterher.

Grund dafür ist der geringe Preis, der in den vergangenen Wochen für große Nachfrage sorgte.

„Die Lieferzeiten sind relativ lang, wer aber dringend Bedarf hat, wird vorgezogen“, sagt Helmut Bischof, vom Mineralölhandel Günther aus Großalmerode. So halten es auch seine Kollegen, wie Markus Hanke von Söder Energie in Hessisch Lichtenau bestätigt: „Eilige Fälle ziehen wir vor.“

Denn auch hier müssen Kunden nach der Bestellung acht bis zehn Wochen auf die Lieferung des Heizöls warten. Aktuell arbeiten sie noch Bestellungen aus dem März ab. „Ich wüsste nicht, wann wir schon einmal so eine Bestellflut gehabt hätten“, sagt Hanke. Die hohe Nachfrage sei durch den geringen Preis für Heizöl entstanden. „Es haben jetzt schon die bestellt, die sich sonst erst im Herbst Gedanken machen. Und wer im Januar bereits beliefert wurde, hat noch einmal nachbestellt.“ Dadurch entstehe aber auch die Gefahr, dass im Spätsommer und Herbst dann eine Flaute einsetze.

Auch die Firma Sandrock aus Eschwege-Oberhone liefert jetzt noch Bestellungen vom März aus, wie eine Mitarbeiterin des Unternehmens bestätigt. In dem Vierteljahr von März, April und Mai seien die Bestellungen reingekommen, die sich sonst noch über Juni und Juli verteilt hätten. Helmut Bischof berichtet von so vielen Bestellungen, dass die Kapazitäten der Autos zum Ausliefern nicht ausreichen würden. „Es ist nicht machbar, alle Kunden gleichzeitig zu bedienen.“

„Im Februar und März war der Preis generell schon sehr günstig und ist dann durch Corona noch mal etwas günstiger geworden“, heißt es von der Firma Sandrock. Und Hanke bestätigt: „Die Kunden konnten zu so günstigen Konditionen bestellen, wie seit Jahren nicht mehr.“ Bischof erklärt dazu, dass der Preis für Heizöl aber nicht mehr mit den Jahreszeiten zusammenhänge. „Das steht heute alles im Zusammenhang mit der Weltwirtschaft – und Corona spielt da mit rein“, sagt Bischof.

Die Preise hätten vor zwei bis drei Wochen ihren Tiefststand erreicht, nun seien die Rohölpreise wieder am Steigen, sagt Bischof. Dadurch lag in den vergangenen Wochen der Liter Heizöl bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern unter 50 Cent inklusive Mehrwertsteuer. In Spitzenzeiten hingegen koste der Liter Heizöl 90 Cent bis einem Euro. 

Preis knapp ein Drittel unter Vorjahresniveau

Die Preise für Heizöl lagen in Hessen im Mai 31,4 Prozent unter dem Durchschnitt des Vorjahresmonats, so das Statistische Landesamt. Auch im April war der Preis durchschnittlich um 24,9 Prozent günstiger als im Vorjahr. Die Internetseite esyoil.com vergleicht deutschlandweit die Preise pro 100 Liter inkl. MwSt. bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern: Dabei zeigt sich ein Preissturz seit Januar. Damals lag der Preis bei 68,14 Euro (4. Januar), am Sonntag bei 43,74 Euro.

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