Guiness-Urkunde für Kronkorken-Mosaik aus Lichtenau

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Das Zertifikat bestätigt den Weltrekord offiziell: Das Kronkorken-Team, alles (ehemalige) Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule Hessisch Lichtenau, mit der Guinness-Urkunde, von links Dominic Deci, Felix Neujahr, Christoph Jünemann, Immanuel Bachem, Jens Hobein, Simon Linke und Mischa Goebel.

Hessisch Lichtenau. Eine Guinness-Urkunde für einen Weltrekord aus dem Werra-Meißner-Kreis: Sieben Freiherr-vom-Stein-Schüler aus Hessisch Lichtenau haben im Sommer 2010 das bislang größte Kronkorken-Mosaik der Welt gebaut.

Viele Monate haben Christoph Jünemann, Dominic Deci, Felix Neujahr, Immanuel Bachem, Jens Hobein, Simon Linke und Mischa Goebel auf das Dokument gewartet. Jetzt haben sie ihre Leistung schwarz auf weiß: Vom 23. bis 26. Juni legten sie gemeinsam mit vielen Helfern exakt 3 614 468 Kronkorken auf einem Sportplatz aus.

Das Bild war genau 3121 Quadratmeter groß und trug als Motiv die Schul-Initialen „F v S S“. Über zwei Jahre hat unsere Zeitung das aus Mitgliedern der Schülervertretung (SV) bestehende Team beim Sammeln der Korken und bei der Organisation des Rekords begleitet.

Am Ende übertrafen die Sieben nicht nur alle Erwartungen, sondern sogar ihr eigenes Ziel. Statt der geplanten drei Millionen sammelten sie 4,6 Millionen Deckel, die aber am Ende wegen Zeitmangels nicht mehr ausgelegt sondern geschüttet werden mussten.

Für die Schüler und viele Bürger war der Endspurt ein großes Fest, das vielen in guter Erinnerung bleiben wird. Auch beim Neujahrsempfang der Stadt war es kürzlich wieder Thema. Die Guinness-Urkunde will das Weltrekord-Team in der Schule aufhängen. Aber für sich selbst wollen die Jungs auch noch eine bestellen. Mit den eigenen Namen drauf, zur persönlichen Erinnerung an eine gute Zeit.

Trotz Tornado zum Triumph

Die Schulzeit ist für die meisten in der „Chaoten-SV“, wie viele sie damals nannten, schon länger vorbei. Sechs aus dem Team studieren oder machen eine Ausbildung und sind dabei, sich in alle Winde zu zerstreuen. Doch wenn sie am Wochenende mal aus Gießen, Marburg, Kassel, Paderborn und Meiningen nach Hause kommen, dann treffen sie sich und denken gern an das Gemeinschaftsgefühl zurück.

Der Kronkorken-Weltrekord hat die Freunde noch fester zusammengeschweißt. Die Erfahrung, den Stress, aber auch den Triumph kann ihnen keiner mehr nehmen. „Am Anfang gab es mehr Skeptiker als Unterstützer. Viele Lehrer haben unsere Idee belächelt und uns den Rekord nicht zugetraut“, berichtet Christoph Jünemann. „Da war es natürlich toll im Laufe der Zeit zu merken, wie das Blatt sich wendete und immer mehr Leute merkten: „Oh, die schaffen das ja doch!“

Am Ende seien ganze Klassen begeistert dabei gewesen. „Manche tauchten schon vor Schulbeginn auf dem Feld auf und kamen nach Schulschluss wieder, um die ganze Nacht zu bleiben.“ Eigentlich wollte sich das Team einen Weltrekord aussuchen, mit dem man möglichst wenig Arbeit hat – erzählen die Jungs und machen sich gleich über sich selbst lustig: „Na das hat ja gut geklappt!“

Denn ihnen ist die aufkeimende Panik beim Anblick des anfangs leeren, riesig wirkenden Sportplatzes noch in Erinnerung. Der Spruch „Wer hatte eigentlich die bekloppte Idee“ mutierte deshalb schnell zum Dauerwitz. Doch angesichts zahlreicher Helfer waren schnell Fortschritte zu beobachten. Wer nicht auf dem Feld war, konnte sich im Internet über den aktuellen Auslege-Stand informieren. Eine Videokamera sendete alle paar Sekunden ein Bild vom Mosaik auf dem Hartplatz in der Hopfelder Straße.

Fast wäre dem Weltrekord sogar noch eine Laune der Natur dazwischen gekommen. Ein kleiner Tornado fegte am ersten Tag über den Platz, riss Pappen und Eimer mit sich in die Höhe und hinterließ Löcher im Korken-Bild. „Das war richtig klischeemäßig, wie im Kino“, erzählt Simon Linke. „Die Luftsäule war etwa 15 bis 20 Meter groß und wegen des roten Sandes auf dem Sportgelände gut zu erkennen.“

Zum Glück seien die meisten Deckel aber liegen geblieben. Im März soll sich das Korken-Team ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Eine weitere Erinnerung, die den Jungs bleibt – ebenso wie der rote Staub, der weiterhin hartnäckig ihre Turnschuhe verfärbt. (kbr)

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