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Erntedankfest des Kreisbauernverbands: Erleichertung der Bauern spürbar

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Von: Kristin Weber

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Leiteten den ökumenischen Gottesdienst zum Erntedank: (von links) Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost, Pfarrer Sebastian Werner und Pater Susai Raj Alphonse. Dieser fand im Hof der Eschweger Klosterbrauerei statt.
Leiteten den ökumenischen Gottesdienst zum Erntedank: (von links) Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost, Pfarrer Sebastian Werner und Pater Susai Raj Alphonse. Dieser fand im Hof der Eschweger Klosterbrauerei statt. © Kristin Weber

Eschwege – Trotz der monatelangen Dürre in diesem Sommer konnten die Bauern bei vielen Arten von Obst und Feldfrüchten noch gute Ernten erzielen. Die Erleichterung war im Erntedankgottesdienst des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner im Hof der Eschweger Klosterbrauerei deutlich zu spüren.

Der Dank kam von Herzen. „Zum Bierbrauen braucht es harte Arbeit, gute Zutaten und Leidenschaft“, sagte Tanja Beck von der Klosterbrauerei. Ihr Dank galt den Hopfen- und Gerste-Bauern, die in diesem Jahr ebenfalls erfolgreich waren. Die Eschweger Brauerei sei der Landwirtschaft schon immer eng verbunden gewesen, habe bis in die 1960er-Jahre selbst Landwirtschaft im Klosterhof betrieben.

Auf diesem ist nun ein neues Projekt eingezogen, das in diesem Zuge ebenfalls vorgestellt wurde: die Eschweger Markthalle. Sie wird von Ines Wollschak geleitet. Hier werden künftig landwirtschaftlich in der Region erzeugte Lebensmittel an Großküchen und Caterer vertrieben. „Wir wollen mit diesem Konzept auch die heimische Landwirtschaft stärken“, sagte Wollschak.

Hunderte Menschen im Hof der Klosterbrauerei

Zwei Jahre lang hatte das Erntedankfest wegen der Pandemie nicht stattfinden können. Die Resonanz der Besucher war dafür in diesem Jahr unter freiem Himmel umso größer. Trotz leichter Schauer kamen Hunderte Menschen in den Hof der Klosterbrauerei. „Corona hat uns allen auch etwas Demut gelehrt“, sagte Michaela Breun vom Kreisbauernverband. „Wir alle wissen jetzt, wie es ist, wenn die Dinge einmal nicht so passieren können, wie sie sollen.“ Die Pandemie habe viele Menschen vereinsamen lassen, bedauerte auch Thorsten Möller, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes und fügte hinzu: „Deswegen wollen wir nun schnell wieder nach vorne blicken.“ Er sei jedenfalls dankbar, und staune immer wieder über die Kräfte der Natur, dass etwa die Pflanzen die Möglichkeiten hätten, auch fast ohne Wasser immer noch Erträge zu bringen.

Den ökumenischen Gottesdienst gestalteten Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost, Pfarrer Sebastian Werner und Pater Susai Raj Alphonse, der neue mitarbeitende Priester im Pastoralverbund St. Gabriel.

Dieser mahnte: „Not lernt beten, Wohlstand lässt das Beten vergessen.“ Mit den Herausforderungen in diesem Jahr, Pandemie, Krieg, Dürre und Energiekrise sei deutlich geworden, dass die Zeiten der Not auch vor Mitteleuropa nicht mehr Halt machten.

Kaffee und Kuchen

„Da grenzt es an ein Wunder, dass die Ernte trotz der Krisen noch so gut war“, sagte Sieglinde Repp Jost. Viele hätten jetzt begriffen, dass sich gerade viel verändere – in der Welt, aber auch bei uns. „Zum Beispiel Versorgungsengpässe, und viele fragten sich: Geht jetzt auch noch das Licht aus?“

In Deutschland gehöre der Werra-Meißner-Kreis per Definition zu den strukturschwachen Regionen, dennoch sei er keine Einöde. Das Plädoyer der Pfarrerin: Die Menschen seien nicht hilflos, sie sollten sich selbst einbringen, zusammenhalten und versuchen, vor Ort die Krisen unserer Zeit zu lösen. Im Anschluss an den Gottesdienst konnten die Besucher bei Kaffee und Kuchen zusammenkommen oder ein Blick in den Raum werfen, in den die Markthalle einziehen soll.

Von Kristin Weber

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