Friseurmeisterin gibt Tipps

Haarpflege in Corona-Zeiten: Sehnsucht nach Schere und Farbe

Aktuell ist ein Besuch beim Friseur nicht möglich.
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Aktuell ist ein Besuch beim Friseur nicht möglich: Grund dafür ist der Corona-Lockdown (Symbolbild).

Auf vielen Köpfen im Werra-Meißner-Kreis herrscht wegen der geschlossenen Friseur-Salons Wildwuchs. Wir haben uns umgehört, wie die Menschen damit umgehen.

Werra-Meißner – Die Friseure haben wegen des Corona-Lockdowns seit Mitte Dezember geschlossen. Wer mit einer perfekt gestylten Frisur herumläuft, macht sich fast schon verdächtig.

Wir haben mit Friseurmeisterin Maria Grimme-Weiland über die aktuelle Situation gesprochen und Tipps für Zuhause eingeholt. Außerdem verraten Dekanin Ulrike Laakmann und Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Michael Heußner, wie sie mit dem haarigen Problem umgehen.

Eigentlich täglich wird sie über ihre Kanäle bei den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram, aber auch persönlich, angesprochen, ob sie nicht mal auf eine Tasse Kaffee vorbeikommen möchte – und dabei zufällig die Friseurschere dabei hat – berichtet Friseurmeisterin Maria Grimme-Weiland, die ihren Salon in Großalmerode betreibt.

Ein Ansinnen, das sie stets ablehnt. „Selbst nur auf einen Kaffee würde ich nicht vorbeikommen. Ich meide wegen Corona Kontakte“, berichtet sie. „Ich wünschte mir, ich dürfte arbeiten“. Aber auch aus Verantwortung für ihre Mitarbeiter und ihre Familie lehne sie jedes Angebot ab. Und: Die Strafen seien sehr hoch.

Allerdings kenne sie auch Kollegen, die sich nicht an die Regeln halten und privat Haare schneiden, berichtet Grimme-Weiland. Ein bisschen Verständnis zeigt sie dafür: „Die Leute werden in die Illegalität gezwungen.“ Den Kollegen gegenüber, die sich an die Regeln halten, sei dies allerdings unfair.

Friseurmeisterin Maria Grimme-Weiland nimmt im Corona-Lockdown keine Privatanfragen an.

Ansatzspray statt Drogeriefarbe: Friseurin rät im Corona-Lockdown von Eigenkreationen ab

Eine dringende Empfehlung hat die Friseurmeisterin: Wer keine entsprechende Ausbildung hat, sollte nicht zu Schere und Drogeriefarbe greifen. „Wir haben momentan keine Möglichkeit, die Frisur der Leute zu retten.“ Auch von Youtube-Videos mit Haarschneide-Anleitungen rät sie aus diesem Grund ab.

Eher plädiert sie dafür, Ansatzspray, bei blonden Haaren Trockenshampoo und allgemein Farbshampoos oder -spülungen zu benutzen, um Farben aufzufrischen. Auch ein Zopf oder Haarband können helfen. Und für eines sei die kalte Jahreszeit gut, man könne einfach eine Mütze aufsetzen, sagt Grimme-Weiland, die selbst mit gutem Beispiel vorangeht und gerade einen herausgewachsenen Ansatz hat. Sie nimmt es von der praktischen Seite: „Es sieht mich ja im Moment sowieso keiner.“

Glücklicherweise waren ihre Haare schon immer recht pflegeleicht beziehungsweise „natur“, berichtet Dekanin Ulrike Laakmann. Trotzdem sehne sie sich danach, sich wieder bei ihrer Friseurin und deren Sohn zu melden mit den Worten: „Sie müssen mich mal wieder zur Fasson bringen – bitte, machen Sie mich mal wieder einen Kopf kürzer.“ Zwischenzeitlich habe sie vorsichtig selbst Hand angelegt, „und die schlimmsten Ecken hat mein lieber Ehemann dann doch noch ausgeglichen“.

Haarpflege im Corona-Lockdown: Die Dekanin des evangelischen Kirchenkreises Witzenhausen Ulrike Laakmann hat selber Hand angelegt.

„Wenn das Gesicht größer wird und die Haare dünner werden, wird die Friseurin eine gute Freundin“, sagt Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Michael Heußner launig. Und wenn der Friseurtermin wegen Corona ausfalle, müssten die wehenden Mähnen mit Haargel gebändigt und die Spitzen mit dem Langhaarschneider in Form gebracht werden. Weitere Informationen zu Corona in Hessen finden Sie im News-Ticker. (Nicole Demmer)

... ebenso Bürgermeister Michael Heußner.

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