Zum 20-jährigen Bestehen des Hospizdienstes Vortrag über resistente Keime

Hände waschen schützt

Blumen für die Referentin: Hospizdienst-Geschäftsführerin Andrea Umbach (links) dankt Dr. Michaela Edinger. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Wer Schnupfen hat, solle zu Einmal-Taschentüchern aus Papier greifen. Und anders als meistens zu beobachten, solle man nicht in die Hand, sondern in den Ellenbogen husten oder niesen. Das waren die wichtigsten Tipps, die Dr. Michaela Edinger gab, als sie am Montagabend im gut besuchten Seniorentreffpunkt in Bad Sooden-Allendorf einen Vortrag hielt über Keime, die gegen Antibiotika resistent sind.

Die korrekte Handhygiene sei der beste Schutz gegen bakterielle Infektionen, erklärte die Expertin des Gesundheitsamtes Eschwege in der Auftaktveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Vereins Hospizdienst und Demenzbetreuung. Zu dieser Hygiene gehöre an erster Stelle ein gründliches, halbminütiges Waschen der Hände und Fingerzwischenräume unter warmem Wasser, weil in den meisten Fällen Krankheitserreger über die Hand verbreitet würden.

Im menschlichen Körper gebe es mehr Bakterien als Zellen, erläuterte die Referentin. Dabei unterscheide man zwischen symbiotischen, also guten Bakterien, wie sie etwa lebenswichtig im Darm vorzufinden seien, fakultativ pathogenen Bakterien, die unter bestimmten Umständen, etwa bei offenen Wunden, krankheitserregend seien, und pathogenen Bakterien, die immer zu einer Erkrankung führten.

Erst mit der Entdeckung des Penicillins im Jahre 1928 und in der Folge mit dessen industrieller Produktion habe in den 1940er Jahren die „Antibiotika-Ära“ begonnen. Der zu häufige Einsatz dieses Wirkstoffes habe jedoch schon 20 Jahre später dazu geführt, dass erste Antibiotika-Resistenzen entwickelt wurden bis hin zur heutigen Multiresistenz. Begünstigt worden sei diese Entwicklung durch Fehler und Inkonsequenz in der Hygiene, aber auch durch die Behandlung immer älterer und kränkerer Menschen und abwehrgeschwächter Patienten.

Der Multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA) gehöre zu den häufigsten Erregern bakterieller Infektionen, komme auf der Schleimhaut im Nasen- und Rachenraum und auf der Haut jedes dritten Menschen vor. MSRA allein führe aber noch nicht zur Erkrankung.

Bei den multiresistenten Erregern (MRE) sei das Übertragungs- und Erkrankungsrisiko im Krankenhaus deutlich höher als außerhalb der Kliniken, was auch an den vielen dort eingesetzten Antibiotika liege. Diese haben allerdings – wie mitunter übersehen wird – bei Viruserkrankungen keine Wirkung. Aufhorchen ließ diese Zahl: In bis zu 50 Prozent der Fälle sei die Verabreichung von Antibiotika einfach nur unsinnig. (zcc) Info: Nächste Veranstaltung im Jubiläumsjahr ist am Montag, 17. März. um 15 Uhr im Kurtheater in Bad Sooden der Film „Vergiss mein nicht“, der sich mit Alzheimer und Demenz befasst.

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