Frauenberatungsstelle macht mit Aktion auf Problem aufmerksam

Häusliche Gewalt im Werra-Meißner-Kreis sichtbar machen

Aktion gegen Gewalt an Frauen: Anja Axt von der Frauenberatungsstelle (Mitte) hat die Plakate und Ballons mit den Praktikantinnen Naeela Saoor und Emilia von Ehr bei verschiedenen Händlern im Kreis verteilt.
+
Aktion gegen Gewalt an Frauen: Anja Axt von der Frauenberatungsstelle (Mitte) hat die Plakate und Ballons mit den Praktikantinnen Naeela Saoor und Emilia von Ehr bei verschiedenen Händlern im Kreis verteilt.

Frauen sind immer wieder Opfer von Gewalt in der Beziehung. Was weit entfernt klingt, findet auch direkt vor unserer Haustür statt.

Werra-Meißner – Dass häusliche Gewalt auch im Werra-Meißner-Kreis ein Problem ist, darauf will die Fachberatungs- und Interventionsstelle des Vereins „Fauen für Frauen – Frauen für Kinder im Werra-Meißner-Kreis“ derzeit aufmerksam machen. Anlass ist der weltweite Aktionstag gegen Gewalt an Frauen, der am vergangenen Donnerstag stattfand.

In einem auffälligen Orange leuchten die Aufklärungsschilder und Luftballons in zahlreichen Geschäften. Die Aktion sendet eine deutliche Botschaft: Hinschauen statt Wegschauen. „Wir müssen den Menschen das Problem in Erinnerung rufen“, sagt Amy Wiedermann-Claar, Diplom-Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin bei der Frauenberatungsstelle. Damit sollen auch Frauen erreicht werden, die möglicherweise von Gewalt betroffen sind.

„Denn einkaufen gehen müssen alle Menschen“, erklärt sie die Entscheidung, den Aktionstag bei verschiedenen öffentlichen Händlern stattfinden zu lassen. In Eschwege nehmen 13 Händler teil, in Bad Sooden-Allendorf fünf und in Witzenhausen vier.

Die Stadtwerke Eschwege zeigten sich ebenfalls solidarisch und beleuchteten die Fassade des Wasserkraftwerks am Donnerstag in Orange. Zudem unterstützt die Gleichstellungsbeauftragte Thekla Rotermund-Capar die Aktion der Frauenberatungsstelle.

„Gewalt ist nicht nur körperlich“, verdeutlicht Wiedermann-Claar. Gewalt finde auch psychisch und seelisch statt, Gewalt kann digital sein oder strukturell in Form von Kontrolle. „Und die Gewalt endet oft nicht mit einer Trennung, oft versuchen Täter über die Kinder weiterhin Macht über die Frau zu haben“, weiß sie durch ihre Arbeit in der Frauenberatungsstelle.

Erste Alarmzeichen können zum Beispiel verbale Herabsetzungen sein wie „Du kannst nichts“ oder „Ohne mich bist du nichts“, erklärt Wiedermann-Claar. „Hört die Frau das oft genug, glaubt sie das irgendwann selbst über sich.“ Neben dieser Manipulation werde dann oft das Handy kontrolliert, die Frau erhält keine eigene Verfügung über finanzielle Mittel.

Dazu gebe es auch Fälle von massiver körperlicher Gewalt im Landkreis, bei denen Frauen schwer verletzt werden. Deshalb sei eine solche Aktion auch so wichtig, damit diese Probleme nicht vergessen werden. Bis zum 10. Dezember sind die Geschäfte noch orange dekoriert. Betroffene und Zeugen können Kontakt aufnehmen.

Kontakte: Frauenberatungsstelle unter Tel. 0 56 51/7843, per Mail: beratung@frauen-fuer-frauen-im-wmk.de; Frauenhaus: Tel. 0 56 51/3 26 65; Polizei: 110; Männerberatung: 0 56 51/30 76 20; E-Mail: beratungsstelle@awo-eschwege.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.