Zahntechnik

Tag des Handwerks: Zu Besuch im Dentallabor Dennis Kratzenberg in Reichensachsen

Filigrane Handarbeit: Die Zahntechnikermeisterin Christiane Schubert modelliert einen Zahnersatz aus Keramik. Dafür trägt sie Schicht für Schicht auf.
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Filigrane Handarbeit: Die Zahntechnikermeisterin Christiane Schubert modelliert einen Zahnersatz aus Keramik. Dafür trägt sie Schicht für Schicht auf.

Tag des Handwerks: In dem Dentallabor von Denis Kratzenberg in Reichensachsen sind traditionelles Handwerk und Handarbeit in der Zahntechnik und modernste Technik verknüpft.

Reichensachsen – An einem Arbeitsplatz wird mit filigranen Pinseln Schicht für Schicht mit eingefärbter Keramikmasse ein Gebiss modelliert, in Nebenraum fräst eine voll automatisierte Maschine mit ebenso feinen Bewegungen selbsttätig eine Knirschschiene aus Kunststoff. In dem Dentallabor von Denis Kratzenberg in Reichensachsen sind traditionelles Handwerk und Handarbeit in der Zahntechnik und modernste Technik verknüpft.

„Wir fahren hier die ganz klassische Handwerksschiene, haben aber auch alle moderne Technik. Das lässt uns flexibel bleiben“, sagt Dennis Kratzenberg, der den Betrieb 2013 von seinem Vater Peter Kratzenberg übernahm.

13 Mitarbeiter beschäftigt der 39-Jährige heute: davon drei Zahntechnikermeister beziehungsweise -meisterinnen. Zwei seiner Beschäftigen arbeiten in Hessisch Lichtenau – Kratzenbergs zweitem Standort, den er im Juli dieses Jahres übernahm.

Seine Labore in Reichensachsen und Hessisch Lichtenau stellen im Auftrag von Zahnärzten und Kieferorthopäden aus dem gesamten Landkreis und zum Teil darüber hinaus Zahnersatz wie Kronen, Brücken, Implantate, Gebisse, Knirschschienen und Zahnspangen her.

Nicht nur Büro: Dennis Kratzenberg arbeitet auch selbst noch als Techniker.

Dennis Kratzenberg liebt seinen Beruf. Deshalb führt er seinen Betrieb nicht nur, sondern arbeitet auch selbst in der Herstellung mit und macht sich die Hände schmutzig „Es ist jeden Tag ein kreatives Arbeiten. Jeder Fall ist anderer und vor allem im ästhetischen Bereich muss man gut überlegen, welchen Zahnersatz man für welchen Menschen herstellt“, sagt Kratzenberg und gibt ein Beispiel: „Es geht ja nicht, einem Zwei-Meter-Mann ganz kleine Zähne zu bauen.“

Dafür sucht der Zahntechnikermeister auch die Zahnärzte auf, mit denen er gemeinsam mit den Patienten die Vorgehensweise bespricht. Dabei bringt er sogenannte Einproben oder Wachsmodelle des künftigen Ersatzes mit, damit der Patient sehen kann, was passt und was gefällt.

Wie viele anderen Handwerksbetrieben fehlt es Kratzenberg an Nachwuchs. „Zahntechniker ist offenbar immer noch ein exotischer Beruf“, sagt er. Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz gingen kaum ein, wenn man einen Auszubildenden wolle, müsse man selbst aktiv werden. Bis vor zwei Jahren hat er ausgebildet, wegen der Pandemie jetzt pausiert. Ab kommenden Jahr würde er aber wieder gern einen Azubi nehmen. 3,5 Jahre dauert die Ausbildung, die Berufsschule befindet sich in Kassel.

Seine eigene Ausbildung hat Kratzenberg im Labor Prior in Hessisch Lichtenau gemacht – das Labor, das er jetzt selbst führt. Einige Zeit hat er in Labors in Ulm und Bad Hersfeld gearbeitet, bevor er 2005 seine Meisterprüfung ablegte und anschließend in den väterlichen Betrieb als Angestellter einstieg. (Stefanie Salzmann)

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