Paar lebt in Bad Sooden-Allendorf

Hartnäckigkeit siegte: Günter und Erika Leis sind seit 60 Jahren verheiratet

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Ein Gläschen Wein aus eigenem Anbau: Günter und Erika Leis stoßen auf ihre Diamantene Hochzeit an. Foto: Chris Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Hartnäckigkeit siegt nicht immer, aber manchmal eben doch. Bestes Beispiel dafür sind Günter und Erika Leis.

Sie feiern am Donnerstag in der Schulzengasse in Bad Sooden-Allendorf Diamantene Hochzeit. „Eigentlich wollte ich nie heiraten, aber der Günter war so zäh“, gesteht die 81-Jährige. Ganz anders als ihr 15 Monate jüngerer Mann: Als der spätere Gärtnermeister mit 17 Jahren von seiner dreijährigen Lehre in Fulda zurück in seine Heimatstadt kam und sich im Gasthaus „Zum Anker“ ein frisches Bier gönnte, fühlte er sich von der jungen Frau hinter der Theke wie magisch angezogen: „Da war’s um mich geschehen.“ Das Liebeswerben hat sich gelohnt. Zwei Jahre später gaben sich die Beiden das Jawort, zogen drei Mädchen groß und bilden mit sieben Enkeln und ebenso vielen Urenkeln eine glückliche Familie, die zusammenhält wie Pech und Schwefel.

Er hat sie rumgekriegt: Erika und Günter Leis am Hochzeitstag vor 60 Jahren.

An den 30. August vor 60 Jahren können sie sich noch gut erinnern. Hektisch ging’s zu im Allendorfer Rathaus, wo gleich acht Paare den Bund fürs Leben schließen wollten. Und dann das: Zwei Tage später auf der Straße rief ein aufgeregter Standesbeamter dem Günter hinterher: „Die Hochzeit ist ungültig.“ In der Eile hatte der korrekte Staatsdiener übersehen, dass die Trauzeugen die Heiratsurkunde noch nicht unterschrieben hatten.

Günter Leis, der beruflich in die Fußstapfen seines Vaters Georg trat und zuletzt als Beamter in Kassel die staatlichen Schlösser, drei Gastronomiebetriebe sowie 58 Dienst- und Mietwohnungen verwaltete, ist ein waschechter Allendorfer und hat auch in seinen Wanderjahren den Kontakt zum heiß geliebten Werra-Städtchen nie abreißen lassen. Erika stammt aus Sachsen, „wo die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen“, fällt der Mann ihr ins Wort. Mutterseelenallein hatte sie sich als Teenager in den Westen abgesetzt und war bei Onkel und Tante gelandet, die Wirtsleute im „Anker“ waren, wo sich zwei fanden, die sich gesucht haben.

Ein großer Bahnhof ist dem Paar heute gewiss. Schließlich ist Günter Leis so nebenbei auch noch Stellvertreter des Bürgermeisters.

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